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Tatonka, der Affenkönig des Dschungels - eine wilde Gute-Nacht-Geschichte

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 20. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit
Tatonka sitzt auf seinem Dschungelthron und schaut den Hamster an

Es war einmal ein unglaublich dichter und leuchtend grüner Dschungel, in dem die Bäume so hoch in den fernen Himmel ragten, dass ihre feinen Spitzen beinahe die flauschigen Wolken kitzelten.


Mitten in diesem riesigen und geheimnisvollen Blättermeer lebte Tatonka, der überall als der mächtige Affenkönig des Dschungels bekannt war. Tatonka war kein gewöhnlicher Affe, denn er besaß ein langes Fell so golden wie die warme Morgensonne und eine kräftige Stimme, die man viele Kilometer weit hören konnte.


Jeden Morgen schwang er sich an den stärksten und dicksten Lianen durch das dichte Unterholz und begrüßte alle kleinen und großen Bewohner seines Reiches mit einem lauten und fröhlichen Rufen.


Die kleinen Kolibris mit ihren schillernden Federn flatterten aufgeregt um seinen Kopf herum und die grauen Elefanten hoben ehrfürchtig ihre schweren Rüssel, wenn er majestätisch vorbeizog.


Tatonka liebte seine wichtige Rolle als Anführer über alles und sorgte stets dafür, dass jedes einzelne Tier im Dschungel genug zu essen und einen sicheren Schlafplatz für die Nacht hatte.


An einem besonders schwülen und heißen Nachmittag versammelte Tatonka alle Tiere an der großen, glitzernden Wasserstelle, um eine sehr wichtige Ankündigung für die Gemeinschaft zu machen.


Er stand auf einem flachen, grauen Felsen und blickte stolz in die erwartungsvolle Runde der vielen verschiedenen und bunten Wesen. "Hört mir gut zu, meine treuen Freunde des Waldes", rief er mit seiner tiefen und kräftigen Stimme laut über den weiten Platz.


"Heute Nacht wird der runde Mond besonders hell am Himmel leuchten und wir werden deshalb das größte Fest feiern, das dieser Dschungel jemals in seiner Geschichte gesehen hat." 


Die flinken Affen begannen sofort vor lauter Freude in die Hände zu klatschen und die bunten Papageien kreischten wild durcheinander in den Zweigen.


Alle Tiere freuten sich riesig auf die süßen, reifen Früchte und die kühlen Säfte aus den Kokosnüssen, die es bei so einem Fest immer im großen Überfluss gab. Tatonka gab jedem Tier eine ganz spezielle Aufgabe, damit alles für den Abend perfekt vorbereitet werden konnte.


Die fleißigen Ameisen sollten die schmalen Wege säubern, während die langsamen Faultiere für die gemütlichen Schlafplätze aus weichem, grünem Moos zuständig waren.


Während die Vorbereitungen überall in vollem Gange waren, geschah jedoch etwas Merkwürdiges und Unheimliches am fernen Rande des dichten Dschungels. Ein kleiner und frecher Lemur namens Pippin kam völlig außer Atem zu Tatonka gerannt und zerrte nervös an seinem goldenen, glänzenden Fell.


"König Tatonka, du musst sofort mit mir kommen, denn im tiefen Farn ist ein seltsames und gruseliges Ungeheuer aufgetaucht", stammelte der kleine Kerl mit seinen großen, runden Augen.


Tatonka runzelte die Stirn und fühlte sich in seiner Ehre als mutiger Beschützer des Waldes sofort herausgefordert. Er nahm einen letzten großen Schluck aus einer hohlen Kokosnuss und machte sich bereit für ein möglicherweise gefährliches Abenteuer.


"Keine Sorge kleiner Pippin, ich werde uns alle vor jeder noch so großen Gefahr bewahren", versprach der Affenkönig feierlich und klopfte sich heldenhaft auf seine breite, muskulöse Brust. Gemeinsam machten sie sich auf den mühsamen Weg durch das dicke Gestrüpp, wo das warme Licht der Sonne nur noch spärlich durch die riesigen Blätter drang.


Plötzlich hörten sie ein tiefes und rhythmisches Grollen, das den weichen Boden unter ihren Pfoten und Füßen ganz deutlich erzittern ließ. Tatonka schlich sich auf allen Vieren ganz leise an ein riesiges, dunkelgrünes Farnblatt heran und bereitete sich auf einen gewaltigen Sprung vor.


Er erwartete einen gefährlichen Tiger mit spitzen Zähnen oder vielleicht einen riesigen, hungrigen Bären mit scharfen Krallen im Gebüsch zu treffen. Als er jedoch das große Blatt mit einer Hand beiseite schob, traute er seinen eigenen Augen kaum und blieb wie angewurzelt auf der Stelle stehen.


Dort saß kein gefährliches Monster, sondern eine riesige und komplizierte Maschine aus glänzendem Metall, die hunderte lustige Seifenblasen in die warme Luft pustete. In der Maschine saß ein winziger und alter Hamster mit einer kleinen Brille, der verzweifelt an vielen verschiedenen bunten Hebeln und Schaltern zog.


"Oh weh, meine fahrbare Seifenblasenorgel ist leider tief im weichen Schlamm steckengeblieben", jammerte der kleine Nager und bemerkte den großen Affenkönig vor lauter Schreck erst gar nicht.


Tatonka fing laut an zu lachen und seine anfängliche Angst verwandelte sich augenblicklich in pure Neugierde und große Begeisterung. Er hatte noch nie zuvor in seinem Leben ein so seltsames Ding gesehen, das so viele bunte und schillernde Blasen produzieren konnte.


"Ich dachte schon, ein echtes und böses Ungeheuer wolle unser schönes Fest heute Abend verderben", sagte Tatonka freundlich und half dem kleinen Hamster vorsichtig aus dem engen Führerhaus der Maschine.


Der Hamster stellte sich mit einer Verbeugung als der Erfinder Barnaby vor und erklärte, dass er eigentlich nur Musik für das große Fest machen wollte. Tatonka packte mit seinen starken Armen die schwere Maschine und zog sie mit einem kräftigen Ruck aus dem klebrigen, dunklen Matsch heraus.


"Du wirst der wichtigste Ehrengast auf meinem Fest sein und uns alle mit deinen glitzernden Blasen verzaubern", entschied der gütige König mit einem breiten Lächeln. Barnaby war sichtlich überglücklich und gemeinsam schoben sie die blinkende und tönende Orgel zurück zur großen Lichtung in der Mitte des riesigen Reiches.


Als die goldene Sonne schließlich unterging und der silberne Vollmond am schwarzen Himmel erschien, begann das große Spektakel für alle Bewohner des Waldes. Barnaby betätigte die glänzenden Hebel und Tausende von schillernden Seifenblasen stiegen hoch in die dunklen Baumkronen hinauf.


Die Affen sprangen von Ast zu Ast und versuchten die glitzernden Kugeln mit ihren Händen zu fangen. Die kleinen Tigerbabys rollten sich über den Boden und sprangen spielerisch durch den duftenden, weißen Schaum der Maschine.


Tatonka saß auf seinem Thron aus kunstvoll geflochtenen Zweigen und beobachtete sehr zufrieden das fröhliche und friedliche Treiben um ihn herum. Er erkannte in dieser Nacht, dass man niemals Angst vor dem Unbekannten haben muss, wenn man ein mutiges und offenes Herz besitzt.


"Dies ist wahrlich die wildeste und schönste Nacht in der gesamten Geschichte unseres Dschungels", flüsterte er ganz leise zu seinem neuen, kleinen Freund Barnaby. Bis spät in die tiefe Nacht tanzten alle Tiere gemeinsam im hellen Mondschein und feierten ihre neue Freundschaft unter den funkelnden Sternen.


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