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Der geheime Würstchendieb - eine lustige Gute-Nacht-Geschichte für Kinder

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 32 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit
Paul steht mit seinem Hund in der Küche und bewacht die Würstchen

In dem kleinen und überaus beschaulichen Dorf Knuspergrund herrschte eine große sowie sehr hungrige Aufregung unter allen Bewohnern der umliegenden Gassen. Der angesehene Metzgermeister Herr Kringel hatte nämlich ein gewaltiges und höchst rätselhaftes Problem in seiner gemütlichen, nach frischen Kräutern duftenden Küche.


Jede einzelne Nacht verschwanden seine allerbesten und knackigsten Wiener Würstchen direkt von der schweren, silbernen Servierplatte auf dem massiven Eichentisch. Die stabilen Fenster waren stets fest verschlossen und die schwere Tür war jede Nacht mit einem großen, eisernen Schlüssel doppelt verriegelt.


Dennoch fehlten am nächsten Morgen immer genau drei der besten Würstchen und eine winzige Spur aus glitzerndem Sternenstaub lag auf den dunklen Fliesen. Der mutige Junge Paul und sein pfiffiger Hund Besteck beschlossen, diesem magischen Geheimnis endlich mit detektivischem Spürsinn auf den Grund zu gehen.


Sie versteckten sich am späten Abend hinter einem riesigen Berg aus bunten Kochbüchern und warteten geduldig auf den unbekannten, flinken Dieb. Draußen leuchtete der runde Vollmond wie eine helle Laterne am tiefschwarzen Nachthimmel über den spitzen Dächern des schlafenden Dorfes.


Plötzlich hörten die beiden Freunde ein leises und sehr melodisches Kichern, das direkt aus dem alten, weißen Kühlschrank zu kommen schien. Die schwere Kühlschranktür schwang wie von Zauberhand einen kleinen Spalt weit auf und ein sanftes, blaues Licht drang nach draußen.


Ein winziges Wesen mit flauschigen Flügeln und einer glänzenden Zipfelmütze schwebte vorsichtig und vollkommen lautlos in den Raum hinein. Es war ein echter Wolkenkobold, der einen sehr langen und bunt gestreiften Schal aus feinster, glitzernder Spinnenseide um seinen Hals trug.


Der Kobold steuerte zielsicher auf die verbliebene Wurstkette zu, die einladend auf dem großen, hölzernen Küchentisch für den nächsten Morgen bereitlag. "Endlich gibt es wieder die wunderbaren Kringelwürstchen für mein nächtliches Picknick oben auf der geheimen Regenbogenwiese", flüsterte das kleine Wesen vergnügt vor sich hin.


Paul sprang mutig aus seinem Versteck hervor und hielt eine kleine Taschenlampe in seiner leicht zitternden Hand direkt auf das Wesen. "Halt doch mal einen kurzen Augenblick ein, du kleiner Dieb aus der luftigen Höhe zwischen den Sternen", rief Paul mit einer festen Stimme.


Der Kobold erschrak so heftig, dass er beinahe rückwärts in die große Schüssel mit dem frischen Kartoffelsalat gefallen wäre. Er flatterte wild mit seinen kleinen Flügeln und sah Paul aus seinen kugelrunden Augen ganz erschrocken und beschämt an.


"Bitte schimpf nicht so laut mit mir, denn im fernen Wolkenland gibt es leider nur furchtbar klebrige Zuckerwatte zu essen", erklärte der Kobold traurig.


Er erzählte den beiden Freunden mit zittriger Stimme, dass sein Name Pips sei und er die herzhaften Würstchen über alles auf der Welt liebe. Paul musste laut lachen, denn er konnte den kleinen Kerl mit dem riesigen Hunger trotz des nächtlichen Diebstahls sehr gut verstehen.


"Du darfst die leckeren Würstchen nicht einfach heimlich stehlen, aber wir können bestimmt eine gemeinsame Lösung für dein Hungerproblem finden", schlug Paul freundlich vor.


Gemeinsam schmiedeten sie in dieser ereignisreichen Nacht einen fantastischen Plan für die Zukunft des kleinen Wolkenkobolds und des fleißigen Metzgermeisters. Paul versprach dem Kobold, dass er jede Nacht eine kleine Dose mit köstlichen Leckereien draußen auf das breite, hölzerne Fensterbrett stellen würde.


Als Gegenleistung sollte Pips den Garten von Herrn Kringel mit seinem magischen Sternenstaub jede Nacht zum Leuchten und Blühen bringen. Der Kobold war über diesen fairen Handel so glücklich, dass er einen schnellen Purzelbaum in der lauen, duftenden Sommerluft machte.


"Das ist die beste Abmachung, die ich jemals in meinem langen Koboldleben mit einem klugen Menschenkind getroffen habe", jubelte der kleine Pips voller Freude.


Er schnappte sich ein letztes Stückchen Wurst und flog winkend durch das geöffnete Dachfenster zurück zu seinen weichen, weißen Wolken. Am nächsten Morgen staunte Herr Kringel nicht schlecht über die wunderschönen und golden glitzernden Blumen in seinem prachtvollen Vorgarten.


Die Blumen leuchteten sogar am helllichten Tag und verströmten einen Duft, der alle Sorgen der Menschen im Dorf sofort vertrieb. Paul und sein Hund Besteck hielten ihr wertvolles Geheimnis natürlich gut behütet für sich allein und erzählten niemandem von ihrem neuen Freund.


Jede Nacht stand nun eine kleine, rote Dose auf dem Sims bereit und am Morgen war sie immer blitzblank sauber geleckt. Die Bewohner von Knuspergrund wunderten sich noch viele Jahre über den glücklichen Metzger und seinen strahlenden Garten voller magischer Pflanzen.


Der Metzgermeister wunderte sich zwar über die leere Dose, aber er freute sich so sehr über die Blumen, dass er immer die besten Würstchen hineinlegte. So endete die Geschichte vom geheimen Würstchendieb mit einem sehr vollen Bauch und einer ganz wunderbaren neuen Freundschaft zwischen Himmel und Erde.


Paul kuschelte sich jede Nacht zufrieden in sein weiches Bett und träumte von fliegenden Kobolden sowie von spannenden Abenteuern über den Wolken. Wenn es heute Nacht draußen am Fenster leise raschelt, ist es vielleicht Pips, der gerade sein mitgebrachtes Abendessen auf einer Wolke genießt.

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