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Sammy und der ausgetrocknete See - eine Einschlafgeschichte für Kinder

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 15 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Sammy und seine Freunde stehen in der Savanne am See

In der endlosen Weite der sonnenverbrannten Savanne, wo die Luft über dem gelben Gras wie flüssiges Gold zitterte, lebte das kleine Erdmännchen Sammy mit seiner Familie. Er war ein besonders aufgeweckter Kerl mit flinken Pfoten und einer feinen Nase, die jeden Geruch in der trockenen Brise genauestens untersuchen konnte.


Eines Morgens herrschte eine seltsame Unruhe unter den Tieren, denn das vertraute Gluckern des Sees war verstummt und nur noch eine staubige Senke markierte den Ort des einstigen Ufers. Sammy stand auf einem hohen Termitenhügel, schattierte seine Augen mit einer Pfote gegen das gleißende Licht und blickte besorgt auf den rissigen Boden, der wie ein zerbrochenes Puzzle aussah.


Die alte Quelle, die tief aus dem Gestein am Fuße der roten Felsen entsprang, war versiegt, weil Geröll und harter Lehm den Weg des Wassers versperrt hatten. Die älteren Tiere tuschelten unruhig miteinander, doch Sammy wusste, dass bloßes Warten ihren Durst nicht löschen würde und sie eine echte Lösung finden mussten.


Er versammelte seine engsten Gefährten um sich, zu denen der junge, kräftige Elefant Kibo mit seinen riesigen Schlappohren und die flinke Gazelle Greta mit ihren dünnen, aber starken Beinen gehörten. Sammy blickte seine Freunde entschlossen an und verkündete mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete: "Wir müssen den alten Pfad der Felsen hinaufsteigen, um nachzusehen, warum das Wasser den Weg zu uns ins Tal nicht mehr finden kann."


Die drei Freunde machten sich auf den beschwerlichen Weg, wobei sie immer wieder im heißen Sand einsanken und sich gegenseitig Mut zusprachen. Kibo nutzte seinen kräftigen Rüssel, um dorniges Gestrüpp aus dem Weg zu räumen, während Greta mit ihren scharfen Augen nach Spuren von Feuchtigkeit in den Felsspalten suchte.


Der Aufstieg wurde steiler und die Sonne brannte unerbittlich auf ihren Rücken, doch die Sorge um ihre Familien im Tal trieb sie unermüdlich weiter voran. Sammy kletterte behände über die heißen Steine, wobei er immer wieder stehen blieb, um sein Ohr an den harten Fels zu pressen und nach dem fernen Rauschen der unterirdischen Ader zu lauschen. Nach vielen Stunden erreichten sie eine tiefe Schlucht, die hoch oben im Gebirge versteckt lag und in der sich normalerweise das Regenwasser sammelte.


Dort entdeckten sie das eigentliche Problem, denn ein schwerer Erdrutsch nach einem vergangenen Gewitter hatte gewaltige Felsbrocken direkt vor den schmalen Durchgang geschoben, durch den das Quellwasser fließen sollte. Das kostbare Nass staute sich dahinter zu einem kleinen Tümpel an, der in der Hitze langsam zu verdampfen drohte, anstatt den weiten Weg hinunter in die Savanne zu nehmen.


Kibo trat vor, prüfte das Gewicht der Steine mit seinem Rüssel und sagte mit einem tiefen Grollen, das in seiner Brust vibrierte: "Diese Felsen sind viel zu schwer für mich allein, aber wenn wir alle gemeinsam schieben, könnten wir sie vielleicht bewegen."


Sammy entwickelte sofort einen klugen Plan, indem er die Freunde anwies, lange Äste von abgestorbenen Akazienbäumen als Hebel unter die größten Steine zu schieben. Er selbst grub mit seinen scharfen Krallen den weichen Sand unter dem Fundament weg, damit die Brocken instabil wurden und leichter ins Rollen geraten konnten. Greta nutzte ihre Schnelligkeit, um kleinere Kieselsteine wegzuräumen, die das Vorankommen blockierten, während Kibo seine gesamte Kraft gegen den massivsten Felsblock stemmte.


Die Freunde schwitzten und keuchten unter der gewaltigen Anstrengung, doch sie gaben nicht auf, weil sie an die vertrockneten Pflanzen und die durstigen Tiere in ihrer Heimat dachten. Plötzlich ertönte ein lautes Knacken und der größte Stein begann sich gaaaanz langsam zur Seite zu neigen, während der Staub der Berge in die Luft aufstieg.


Sammy sah eine erste kleine Rinne Wasser durch den Spalt schießen und er rief seinen Freunden voller Hoffnung und Freude zu: "Gleich haben wir es geschafft, denn das Wasser drückt bereits mit aller Macht gegen diese letzte Barriere aus Stein."


Mit einem letzten, gewaltigen Ruck von Kibo und dem gleichzeitigen Hebeln der anderen beiden löste sich der schwere Block und stürzte mit einem lauten Poltern in die Tiefe der Schlucht. Ein mächtiger Schwall aus kühlem, klarem Quellwasser schoss hervor und suchte sich zischend seinen alten Weg über die Felsen hinunter in das weite Tal der Savanne.


Die Freunde beobachteten mit leuchtenden Augen, wie das Wasser kleine Wasserfälle bildete und den Staub der langen Trockenheit einfach mit sich fortspülte. Sie machten sich sofort an den Abstieg, wobei sie nun vom fröhlichen Rauschen des Baches begleitet wurden, der schneller als sie selbst in Richtung des Sees eilte.


Als sie endlich wieder am Ufer ankamen, glänzte der See bereits wieder in einem tiefen Blau und die ersten Vögel landeten zwitschernd auf der nun wieder feuchten Oberfläche. Die Gazellen, Zebras und Giraffen standen am Rand und tranken das frische Wasser, während sie Sammy und seine Freunde mit dankbaren Blicken begrüßten.


Sammy stand stolz neben seinen Gefährten, putzte sich den Staub von seinen Pfoten und blickte glücklich über die verwandelte Landschaft. Er schaute zu Kibo und Greta hoch und sagte mit einem breiten Lächeln im Gesicht zu seinen mutigen Mitstreitern: "Wahrer Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern gemeinsam anzupacken, wenn es darauf ankommt."


Die Sonne sank langsam als großer roter Feuerball hinter den fernen Horizont und tauchte die ganze Savanne in ein friedliches, warmes Licht. Sammy kehrte in seinen Bau zurück, rollte sich auf seinem weichen Lager aus trockenem Gras zusammen und lauschte dem beruhigenden Plätschern der Wellen am Ufer.


Er wusste, dass sie heute etwas Großes vollbracht hatten, indem sie die Lebensquelle ihrer Heimat durch kluges Handeln und echte Teamarbeit gerettet hatten. In dieser Nacht schlief das kleine Erdmännchen so tief und fest wie noch nie zuvor, während draußen das Wasser leise sang.


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