Kalle Känguru, schlafwandelt mal wieder - eine tollpatschige Gute-Nacht-Geschichte
- Michael Mücke

- 20. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Die Nacht hatte das australische Outback in ein sanftes Dunkel getaucht, und der Himmel glitzerte mit tausend Sternen. Kalle lag in seinem weichen Nest zwischen den roten Sanddünen und den Büscheln von Gras, doch plötzlich sprang er auf, ohne aufzuwachen. Seine großen Pfoten tappen vorsichtig über den warmen Sand, und sein Schwanz wippte hinterher wie ein Pendel.
Zuerst kam er an einem riesigen Termitenhügel vorbei. Kalle wollte vorsichtig drum herumgehen, doch sein Fuß blieb an einem kleinen Ast hängen. Er purzelte nach vorne, rollte über den Sand und landete auf den Beinen.
Die Termiten krochen neugierig aus dem Hügel, aber Kalle hüpfte sofort weiter, ohne es zu bemerken. Ein kleiner Käfer rannte über seine Pfote, und Kalle sprang erschrocken hoch, landete aber sicher auf allen vieren.
Auf einer Lichtung entdeckte er leuchtende Feuerfliegen. Kalle streckte die Pfoten aus, drehte sich im Kreis und versuchte, die Lichter zu fangen. Dabei stolperte er über einen Busch, purzelte auf den Sand und landete auf dem Rücken.
Die Feuerfliegen summten um ihn herum, aber Kalle rollte sich weiter wie ein kleiner, wuseliger Ball, bis er wieder aufstand und weiterhüpfte.
Bald kam er zu einem kleinen Wasserloch. Ein paar Frösche sprangen erschrocken ins Wasser, als Kalle über die Steine hüpfte. Er rutschte aus, glitt auf dem glatten Stein und landete beinahe im Wasser, konnte sich aber gerade noch fangen.
Ohne einen Laut weiter von sich zu geben, tappte Kalle am Rand entlang, streifte ein paar Gräser und hüpfte schließlich wieder auf die Sandfläche.
Auf dem Weg begegnete er einer Gruppe wilder Eidechsen, die die Nacht genossen. Kalle wollte ihnen wohl „Hallo“ zeigen, stolperte jedoch über eine Wurzel und purzelte auf einen Haufen trockenes Gras. Die Eidechsen sprangen erschrocken davon, und Kalle hüpfte wieder auf, als hätte er gerade einen kleinen Tanz aufgeführt.
Dann führte ihn sein schlafwandelnder Weg zu einem alten Baum, dessen Äste von nachtaktiven Vögeln bevölkert waren. Kalle sprang darunter, streckte die Pfoten nach den Vögeln aus, doch ein Vogel flatterte auf, und Kalle stolperte über seine eigenen Beine. Er rollte durch ein Buschfeld, blieb kurz auf einem Ameisenhaufen stehen und hüpfte dann wieder auf.
Auf einem Hügel traf er auf ein paar Emus, die im Sand nach Insekten pickten. Kalle näherte sich langsam, doch beim ersten Hüpfer rannte ein Emu erschrocken davon.
Kalle sprang zu weit nach vorne, stolperte über eine kleine Düne und landete mit den Pfoten in einer Staubwolke. Ohne einen Laut zu machen, tappte er weiter, während die Emus neugierig hinter ihm herblickten.
Bald kam er zu einem kleinen Lagerplatz, auf dem ein paar alte Kakadus saßen. Ein Kakadu flog auf, Kalle hüpfte erschrocken zur Seite, stolperte über einen Stein und landete in einem Haufen Blätter. Dann rollte er sich herum, sprang wieder auf und hüpfte weiter, als würde er ein heimliches Nacht-Abenteuer tanzen.
Ein paar Dingos schliefen im Sand. Kalle schlich an ihnen vorbei, stolperte aber über einen Baumstumpf und landete in einem Busch. Die Dingos schnüffelten kurz, gähnten und kuschelten sich wieder ins Gras. Kalle tappte weiter, immer tiefer ins Outback hinein, über sandige Pfade, vorbei an Kakteen und über kleine Hügel.
Irgendwann kam er an einem Feld mit leuchtenden Nachtschattenblumen vorbei. Er schnupperte im Schlaf, hüpfte über die Pflanzen und blieb beinahe in einem Strauch hängen. Dann landete er mit einem Satz mitten in einem kleinen Staubkreis, drehte sich einmal und sprang wieder auf, als wäre nichts geschehen.
Schließlich begann der Himmel langsam heller zu werden. Kalle fand sich wieder auf der großen Sandfläche, wo ein paar neugierige Kängurus ihn entdeckten. Sie beobachteten ihn eine Weile, wie er wackelig über den Sand hoppelte, sich drehte, stolperte und immer wieder aufstand. Kalle blinzelte, streckte sich und tappte müde zurück zu seinem Nest.
Ohne einen Laut zu machen, rollte er sich wieder zusammen, schnurrte leise und schlief tief und fest. Die Nacht war voller Abenteuer gewesen, und Kalle hatte alles schlafwandelnd erlebt, ohne einen einzigen Ton von sich zu geben. Die Sonne stieg über das Outback und malte lange Schatten über den roten Sand, während Kalle ruhig schlief.




