Dr. Bibber und das kranke Hasenbaby - eine Schlafgeschichte für Kinder
- Michael Mücke

- 16. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Die Geschichte beginnt an einem sanften Abend tief im grünen Wald, wo die Sonne langsam hinter den hohen Bäumen verschwand und der Himmel in warmen Farben leuchtete. Dort lebte ein freundlicher Bieber namens Dr. Bibber, der im ganzen Wald als kluger und hilfsbereiter Doktor bekannt war.
Dr. Bibber hatte ein dichtes braunes Fell, ruhige Augen und trug jeden Tag mit großem Stolz seine sorgfältig gepackte Arzttasche, in der sich Salben, Kräuter und kleine Instrumente befanden. Sein Zuhause lag direkt am Flussufer, wo das Wasser leise plätscherte und abends die Sterne darin funkelten, was Dr. Bibber besonders liebte.
Jeden Morgen begrüßte er die Tiere des Waldes freundlich, hörte geduldig zu und nahm sich für jeden genug Zeit, denn für ihn war kein Problem zu klein oder unwichtig.
An diesem Abend wollte Dr. Bibber gerade sein Fenster schließen und sich auf eine ruhige Nacht vorbereiten, als er plötzlich ein leises Weinen hörte, das zwischen den Bäumen widerhallte.
Das Geräusch klang schwach, traurig und sehr hilflos, sodass Dr. Bibber sofort aufmerksam wurde. Er legte den Kopf schief und sagte besorgt „Dieses Weinen klingt nach einem Tier, das dringend Hilfe braucht“.
Ohne zu zögern schnappte er sich seine Arzttasche und folgte dem Geräusch durch das hohe Gras und über weiche Moospolster. Der Wald war ruhig, nur Grillen zirpten leise und der Mond begann langsam zu scheinen.
Hinter einem alten Baum entdeckte Dr. Bibber schließlich ein kleines Hasenbaby, das zitternd im Moos saß und kaum die Kraft hatte, den Kopf zu heben. Seine Ohren hingen müde herab und seine Augen wirkten matt und erschöpft.
Dr. Bibber setzte sich vorsichtig neben das Hasenbaby und sprach mit ruhiger Stimme „Hab keine Angst kleines Häschen, ich bin Dr. Bibber und ich werde dir helfen“.
Das Hasenbaby schniefte leise und flüsterte mit dünner Stimme „Mir ist so kalt und mein Bauch tut sehr weh“. Mit viel Einfühlungsvermögen legte Dr. Bibber seine warme Pfote auf den Bauch des Hasenbabys und spürte, wie angespannt es war.
Behutsam holte Dr. Bibber sein Thermometer hervor und überprüfte die Temperatur, während er beruhigend erklärte „Du hast dich erkältet und dein Körper braucht jetzt Ruhe und Wärme“.
Das Hasenbaby nickte langsam und klammerte sich ein wenig an Dr. Bibber, weil es sich bei ihm sicher fühlte. Vorsichtig hob der Bieber das kleine Wesen hoch und trug es zu seinem gemütlichen Zuhause am Fluss.
Drinnen war es warm, ein kleines Feuer knisterte leise und weiche Decken lagen bereit, die Dr. Bibber liebevoll um das Hasenbaby legte. Sanft sagte er „Hier kannst du dich ausruhen und wieder Kraft sammeln“.
In der kleinen Küche bereitete Dr. Bibber einen milden Kräutertee aus Waldkräutern und einem Tropfen Honig zu, den er langsam abkühlen ließ. Während das Hasenbaby den Tee trank, erzählte Dr. Bibber eine ruhige Geschichte über den Wald, über freundliche Rehe, schlaue Füchse und singende Vögel am Morgen. Seine Stimme war ruhig und gleichmäßig, sodass das Hasenbaby sich immer entspannter fühlte.
Mit einem kleinen Lächeln sagte es „Deine Stimme macht alles viel besser“, worauf Dr. Bibber sanft antwortete „Manchmal hilft Freundlichkeit genauso gut wie Medizin“. Langsam fielen dem Hasenbaby die Augen zu und sein Atem wurde ruhiger.
Spät in der Nacht schaute Dr. Bibber noch einmal nach seinem kleinen Patienten und überprüfte aufmerksam, wie es ihm ging. Das Hasenbaby schlief tief und friedlich, seine Ohren zuckten nur leicht im Traum.
Leise flüsterte Dr. Bibber „Du bist auf einem guten Weg, kleines Herz“, während er die Decke zurechtrückte. Danach setzte er sich ans Fenster, blickte auf den stillen Fluss und fühlte sich zufrieden und dankbar, helfen zu können.
Als am nächsten Morgen die Sonne durch das Fenster schien und die Vögel fröhlich zwitscherten, wachte das Hasenbaby auf und fühlte sich deutlich stärker. Es streckte sich vorsichtig und rief fröhlich „Dr. Bibber mir geht es schon viel besser“.
Der Bieber lächelte stolz und antwortete „Das freut mich sehr, denn dein Körper hat gut gearbeitet“. Kurz darauf kam die besorgte Hasenmama angelaufen, deren Augen vor Sorge groß waren.
Als sie ihr gesundes Baby sah, füllten sich ihre Augen mit Tränen der Erleichterung und sie sagte dankbar „Danke lieber Dr. Bibber, du hast meinem Kind geholfen“. Dr. Bibber winkte bescheiden ab und sagte „Ich habe nur getan, was richtig war“.
Gemeinsam verabschiedeten sich die Hasen und hüpften glücklich zurück in den Wald, während Dr. Bibber ihnen freundlich nachwinkte. In seinem Herzen breitete sich ein warmes Gefühl aus, denn er wusste, dass er wieder jemandem geholfen hatte.
Er räumte seine Arzttasche ordentlich auf und dachte zufrieden „Ein guter Tag endet mit einem guten Gefühl“.
So senkte sich wieder Ruhe über den Wald, und alle Tiere schliefen geborgen ein, während der Mond leise über dem Fluss wachte.




