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Minka und Phillip entdecken den geheimen Garten - eine spannende Vorlesegeschichte mit Tieren

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 23. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit
Minka und Phillip sitzen im Boot vor der Insel

Es war ein herrlich sonniger Nachmittag in der kleinen Birkenstraße, als die alte Katze Minka gemütlich auf der hölzernen Gartenbank blinzelte. Minka war eine weise Katzendame mit langem, silbergrauen Fell und einer sehr feinen Nase für Abenteuer. Direkt zu ihren Pfoten lag Phillip, ein struppiger kleiner Hund mit großen Schlappohren, der gerade von einem saftigen Knochen träumte.


Plötzlich flatterte ein strahlend blauer Schmetterling direkt über Phillips feuchte Nase und weckte ihn aus seinem Mittagsschlaf. Phillip sprang auf und bellte leise, während Minka ihre Pfote hob und neugierig in die Richtung des Waldes blickte. "Schau mal Phillip, dieser blaue Falter möchte uns bestimmt etwas ganz Besonderes zeigen", flüsterte die alte Katze mit ihrer sanften Stimme.


Die beiden Freunde folgten dem flatternden Wesen am Ende des Gartens an eine Stelle, die sie bisher noch nie bemerkt hatten. Dort befand sich eine dichte Hecke aus wilden Rosen, hinter der ein schmaler Pfad aus funkelnden Kieselsteinen zum Vorschein kam.


Vorsichtig schlichen die Katze und der Hund durch die Lücke im Gebüsch und merkten sofort, dass dieser Ort nicht wie ihre normale Nachbarschaft war. Die Luft duftete hier süß nach frischen Erdbeeren und nach weichem Moos, während die Bäume leise Melodien im Wind summten. Nach ein paar Schritten standen sie vor einem riesigen Tor aus geschmiedetem Eisen, das ganz mit Efeu bewachsen war.


Phillip drückte mit seiner Schnauze gegen das Tor und es schwang mit einem melodischen Klang weit auf. "Das muss der geheime Garten sein, von dem die alten Spatzen immer auf dem Dach erzählen", staunte Phillip mit weit aufgesperrten Augen. Hinter dem Tor erstreckte sich eine Welt, die schöner war als jeder Traum, den die beiden jemals zuvor geträumt hatten.


Blumen in allen Farben des Regenbogens wiegten sich im Takt einer unsichtbaren Musik und kleine Springbrunnen spuckten glitzerndes Wasser in die Luft.

In der Mitte des Gartens entdeckten sie einen Baum, an dem keine Äpfel oder Birnen wuchsen, sondern bunte Wollknäuel und kleine quietschende Spielzeuge.


Minka konnte ihren Augen kaum trauen und kletterte sofort auf einen der unteren Äste, um die weiche Wolle zu untersuchen. "Hier gibt es alles, was das Herz einer Katze und eines Hundes begehrt", rief sie freudig zu Phillip hinunter.


Der kleine Hund hatte derweil eine Wiese entdeckt, auf der das Gras so hoch und weich wie ein dickes Kissen war. Er rollte sich vergnügt im Gras herum und jagte spielerisch seinen eigenen Schwanz, während goldene Libellen über seinen Kopf hinwegsausten.


Plötzlich tauchte aus einem Busch eine kleine Schildkröte mit einem goldenen Panzer auf, die eine Brille auf ihrer Nase trug. "Willkommen in unserem Paradies, ihr zwei neugierigen Entdecker", begrüßte die Schildkröte sie mit einer langsamen und sehr freundlichen Stimme.


Die Schildkröte erklärte den beiden Freunden, dass nur Tiere mit einem guten Herzen den Weg in diesen geheimen Garten finden konnten. Minka und Phillip verbrachten den ganzen Nachmittag damit, die versteckten Teiche mit den sprechenden Goldfischen und die Schaukeln aus Ranken zu erkunden.


Phillip fand einen Springbrunnen, aus dem kühles Malzbier für Hunde sprudelte, während Minka eine Schale mit der cremigsten Milch der Welt entdeckte. Die Zeit schien in diesem magischen Garten viel langsamer zu vergehen als draußen in der normalen Welt der Menschen.


"Ich möchte diesen wunderschönen Ort niemals wieder verlassen", sagte Phillip, während er sich glücklich an die alte Katze kuschelte.


Minka schnurrte laut und rieb ihren Kopf an seinem weichen Fell, denn sie fühlte sich so zufrieden wie schon lange nicht mehr. Als die Sonne langsam am Horizont versank und den Himmel in ein sanftes Rosa tauchte, wussten die beiden Freunde, dass es Zeit für den Heimweg war.


Die weise Schildkröte schenkte Phillip einen kleinen, leuchtenden Stein und Minka eine blaue Feder des Schmetterlings als Erinnerung an diesen Tag. "Kommt uns bald wieder besuchen, denn das Tor steht für Freunde immer offen", verabschiedete sich die Schildkröte mit einem freundlichen Nicken.


Hand in Pfote machten sich die Katze und der Hund auf den Rückweg durch das eiserne Tor und die Rosenhecke. Zurück auf ihrer vertrauten Gartenbank fühlte sich alles wie ein wunderbares Märchen an, das sie gemeinsam erlebt hatten.


Sie wussten nun ganz genau, dass hinter den gewöhnlichen Dingen oft die größten Wunder der Welt verborgen liegen. Minka rollte sich eng zusammen und Phillip legte seinen Kopf schläfrig auf seine Pfoten, während sie beide von ihrem nächsten Abenteuer im geheimen Garten träumten. Bevor die beiden Freunde den Heimweg endgültig antraten, bemerkte Minka eine kleine Treppe aus weißem Marmor, die tief in eine schattige Senke des Gartens führte. "Komm schnell her Phillip, dort unten funkelt etwas ganz fabelhaft im Abendlicht", rief die Katze mit aufgeregt zuckenden Schnurrhaaren. Sie stiegen die Stufen vorsichtig hinab und gelangten an das Ufer eines Sees, dessen Wasser wie flüssiges Silber im fahlen Mondschein schimmerte. Am Ufer standen kleine Laternen aus buntem Glas, in denen fleißige Glühwürmchen ihr sanftes Licht leuchten ließen. Phillip entdeckte am Rand des Wassers ein kleines Boot, das ganz aus einer einzigen, riesigen Walnussschale geschnitzt worden war. Ohne zu zögern sprangen die beiden Abenteurer hinein und das Boot begann wie von Geisterhand über die glatte Oberfläche zu gleiten.


Mitten auf dem See gab es eine winzige Insel, auf der ein Baum aus purem Kristall wuchs, dessen Blätter bei jeder Bewegung fein wie Glockenspiel klangen. "Hörst du diese wunderbare Musik, die der Wind in den Zweigen spielt", flüsterte Phillip ganz ehrfürchtig und spitzte seine großen Ohren.


Auf der Insel trafen sie eine Gruppe von Kaninchen, die kleine Westen aus Samt trugen und eifrig mit goldenen Löffeln im weichen Sand gruben. Die Kaninchen erklärten den Besuchern, dass sie hier nach den verlorenen Träumen der Kinder suchten, um sie sicher in den Himmel zurückzubringen.


Minka half den Kaninchen mit ihren geschickten Pfoten und fand tatsächlich einen kleinen, funkelnden Stern, der tief im Sand vergraben war. Die Kaninchen freuten sich riesig und schenkten Minka zum Dank ein Halsband, das in der Dunkelheit ganz sanft in einem warmen Goldton leuchtete.


Phillip wiederum entdeckte hinter dem Kristallbaum eine Rutsche, die direkt in einen Haufen aus duftenden, getrockneten Rosenblättern führte. Er rutschte immer wieder hinunter und jedes Mal wirbelten die bunten Blätter wie Konfetti um seinen struppigen Körper herum.


"Das ist der lustigste Spielplatz, den ich mir in meinem ganzen Hundeleben vorstellen kann", bellte er fröhlich und wedelte dabei so stark mit seinem Schwanz, dass er fast das Gleichgewicht verlor.


Minka beobachtete ihn amüsiert von einem Ast des Kristallbaums aus und genoss die kühle Brise, die nach Abenteuer und Freiheit duftete. In diesem Moment fühlte sich die alte Katze wieder so jung und kräftig wie ein kleines Kätzchen, das zum ersten Mal die Welt entdeckt.


Nach dem wilden Spiel auf der Insel kehrten sie mit ihrem Nussschalenboot zum Ufer zurück, wo die weise Schildkröte bereits mit einem Korb voller Köstlichkeiten wartete. Es gab kleine Kuchen aus Honig und Nüssen sowie Schälchen mit glitzerndem Tauwasser, das nach den süßesten Blumen schmeckte.


"Es ist wichtig, dass ihr euch für den langen Weg nach Hause ordentlich stärkt", sagte die Schildkröte und reichte Phillip einen besonders großen Honigkuchen.


Während sie gemeinsam aßen, erzählte die Schildkröte ihnen Geschichten von fernen Ländern, in denen die Flüsse aus Limonade bestanden und die Berge aus weicher Zuckerwatte geformt waren. Die Zeit verging wie im Flug und die Sterne am Nachthimmel begannen immer heller zu leuchten, als wollten sie den beiden Freunden den Weg weisen.


Schließlich machten sie sich auf den Weg zurück zum großen Eisentor, wobei sie an den schlafenden Blumen vorbeischlichen, die nun ihre Blütenköpfe tief gesenkt hatten. Phillip trug seinen leuchtenden Stein stolz im Maul, während Minka die blaue Feder sicher hinter ihrem Ohr befestigt hatte.


Als sie die Rosenhecke passierten und wieder in ihrem eigenen Garten standen, wirkte die Birkenstraße merkwürdig still und friedlich. Der Mond beleuchtete nun ihren gewohnten Schlafplatz auf der Bank, doch in ihren Herzen brannte noch immer das helle Feuer des geheimen Gartens.


"Wir werden heute Nacht bestimmt beide von den singenden Bäumen und den hilfsbereiten Kaninchen träumen", murmelte Minka, bevor sie ihre Augen schloss. Phillip kuschelte sich ganz eng an seine beste Freundin und gemeinsam schliefen sie unter dem weiten Sternenzelt tief und fest ein.


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