Teddy, und das Erinnerungsfoto - eine herzliche Gute-Nacht-Geschichte
- Michael Mücke

- vor 11 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Es war einmal ein flauschiger Bär namens Teddy, der in einem gemütlichen Kinderzimmer auf einem weichen Kissen wohnte. Teddy war kein gewöhnlicher Bär, denn jede Nacht, wenn der Mond hell am Himmel stand, erwachte er zum Leben.
Er rieb sich die schwarzen Knopfaugen und streckte seine kleinen Pfoten weit von sich, während die Spieluhr leise vor sich hin klimperte. An diesem besonderen Abend entdeckte Teddy einen alten Fotoapparat, der geheimnisvoll glitzernd auf dem hölzernen Schreibtisch lag.
"Was für ein wunderbares Abenteuer heute wohl auf mich wartet", flüsterte Teddy leise in die stille Nacht hinein. Er nahm die schwere Kamera vorsichtig um seinen Hals und kletterte flink aus dem Fenster auf den breiten Ast des alten Apfelbaums.
Plötzlich bemerkte er, dass die gläserne Linse der Kamera hellblau leuchtete und winzige Sternchen daraus hervorhuschten. Teddy drückte ganz sanft auf den silbernen Auslöser und plötzlich verwandelte sich der schlafende Garten in eine strahlende Märchenwelt.
Die bunten Blumen begannen in den schönsten Melodien zu singen und die Grashalme tanzten sanft im warmen Nachtwind. "Das ist ja pure Magie direkt vor meiner kleinen Nase", rief Teddy voller Begeisterung aus.
Er spazierte mutig über eine schwebende Brücke aus purem Regenbogenlicht und traf am Ende einen kleinen Fuchs mit einer glänzenden silbernen Mütze. Der Fuchs verbeugte sich höflich und wedelte aufgeregt mit seinem buschigen Schwanz hin und her.
"Guten Abend kleiner Bär, suchst du vielleicht nach dem verlorenen Foto der Träume", fragte der Fuchs mit einer melodiösen Stimme. Teddy nickte eifrig und erklärte dem neuen Freund, dass er die aller schönsten Momente der Welt für immer festhalten wollte.
Gemeinsam wanderten sie viel tiefer in den dichten Zauberwald, wo die Bäume aus glitzernder Zuckerwatte bestanden und herrlich nach süßen Erdbeeren dufteten. Sie erreichten schließlich einen vollkommen stillen See, in dem sich die Sterne wie leuchtende Diamanten im tiefen Wasser spiegelten.
"Halte den Apparat ganz fest und denke an dein aller glücklichstes Lächeln", riet der silberne Fuchs dem kleinen Teddybär mit einem Augenzwinkern. Teddy schloss fest seine Augen und dachte an die warme Umarmung seines Kindes am nächsten Morgen.
Ein helles Licht erfüllte die ganze Lichtung und ein goldenes Foto schwebte langsam aus dem Apparat direkt in Teddys weiche Pfoten. Auf dem Bild war nicht nur Teddy zu sehen, sondern alle seine Freunde in einem Meer aus bunten Seifenblasen.
"Dieses Foto wird mich immer an unsere zauberhafte Reise erinnern", sagte Teddy und drückte das warme Bild fest an sein flauschiges Fell. Unter einem glühenden Pilz trafen sie eine alte Eule, die eine Brille aus geschliffenem Eis trug.
"Dieses Bild zeigt nicht nur das Gesehene, sondern auch die Liebe in deinem Herzen", erklärte die weise Eule mit einem sanften Lächeln. Teddy staunte über die funkelnden Farben auf dem Papier, die sich wie kleine Wellen im Wind bewegten. Der Fuchs schenkte ihm zum Abschied eine kleine, echte Sternschnuppe, die Teddy sicher in seiner versteckten Tasche verstaute.
Teddy kletterte müde aber sehr glücklich zurück durch das geöffnete Fenster in sein warmes, weiches Körbchen. Er legte die magische Kamera zurück auf den Tisch und kuschelte sich tief in seine kuschelige Decke ein. Als die ersten goldenen Sonnenstrahlen das Zimmer kitzelten, war Teddy wieder ein ganz normaler und stiller Stoffbär.
Doch wer ganz genau hinsah, konnte ein winziges, goldenes Foto unter seinem rechten Arm entdecken. "Schlaf gut mein kleiner Bär und träume von unseren nächsten Abenteuern", schien das magische Foto leise zu flüstern. Teddy lächelte in seinem tiefen Schlaf, während der gewöhnliche Alltag im Kinderzimmer langsam wieder einkehrte.
Er wusste nun ganz genau, dass die Magie der Erinnerung für immer in seinem Herzen bleiben würde. Das Foto war der sichtbare Beweis dafür, dass Wunder überall auf der Welt passieren können, wenn man nur fest genug daran glaubt.




