Kiki Koala und das Schlafbaum-Abenteuer - eine Gute-Nacht-Geschichte zum Träumen
- Michael Mücke

- 2. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Inmitten der sanften Hügel des australischen Eukalyptuswaldes wohnte ein kleiner Koala namens Kiki mit seinem kuscheligen grauen Fell und seiner großen schwarzen Nase. Kiki liebte es den ganzen Tag lang gemütlich auf seinem Lieblingsast zu schaukeln und die Blätter zu zählen die im Wind tanzten.
Eines Abends aber passierte etwas ganz Besonderes als die Sonne den Himmel in ein warmes Apricot und sanftes Violett tauchte. Kikis Papa kam den Stamm hinaufgeklettert und schaute seinen Sohn mit einem geheimnisvollen Lächeln an.
"Kiki mein kleiner Entdecker heute ist die Nacht des großen Schlafbaum Abenteuers gekommen" sagte Papa Koala mit einer tiefen und beruhigenden Stimme. Kiki rieb sich die müden Augen und spitzte neugierig seine großen flauschigen Ohren.
Er wusste genau dass der legendäre Schlafbaum nur einmal im Jahr seine silbernen Blätter entfaltete die so weich wie Wolken waren. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg durch das dichte Grün während der Mond langsam hinter den fernen Bergen aufging.
Unterwegs trafen sie die alte weise Eule Emma die auf einem morschen Ast saß und ihre Brille putzte. "Guten Abend ihr beiden Wanderer sucht ihr etwa den Baum der Träume" fragte Emma und blinzelte den beiden Wanderern freundlich entgegen.
Kiki nickte eifrig und hielt sich ganz fest am weichen Rücken seines Papas fest während sie über eine glitzernde Bachstelle kletterten. Das Wasser plätscherte fröhlich über die runden Kieselsteine und reflektierte das helle Licht der Sterne.
Der Wald duftete herrlich nach frischem Harz und nach den süßen Blüten der Akazien die in der Nacht wie kleine Sterne leuchteten. Plötzlich hörten sie ein leises Rascheln im Gebüsch und ein kleines Känguru namens Hopdi hüpfte direkt vor ihre Füße.
"Darf ich euch ein Stück begleiten denn alleine macht das Abenteuer nur halb so viel Spaß" rief Hopdi voller Vorfreude und machte einen lustigen Luftsprung. Die kleine Gruppe wanderte immer tiefer in den Wald hinein wo die Glühwürmchen wie winzige Laternen den schmalen Pfad beleuchteten.
Sie mussten über umgefallene Baumstämme klettern die mit weichem smaragdgrünem Moos bewachsen waren. Kiki fühlte sich mutig und stark weil er seine Freunde und seinen geliebten Papa an seiner Seite hatte.
"Wir müssen jetzt besonders leise sein damit wir die schlafenden Schmetterlinge nicht wecken" flüsterte Papa Koala und trat vorsichtig über eine Wurzel. Überall im Wald hingen bunte Falter an den Unterseiten der Blätter und warteten auf den nächsten Morgen.
Nach einer langen Weile erreichten sie schließlich eine geheime Lichtung auf der ein riesiger Baum stand dessen Blätter im silbernen Mondlicht funkelten. Dieser Baum war viel größer als alle anderen Bäume im ganzen Wald und seine Äste reichten bis hoch in den dunklen Nachthimmel.
"Schau nur Kiki das ist der prächtige Schlafbaum von dem alle Koalas in ihren schönsten Träumen berichten" flüsterte Papa und hob Kiki sanft auf einen besonders weichen Ast.
Die Blätter fühlten sich an wie feinste Seide und wiegten Kiki ganz sanft hin und her als der Wind leise durch die Krone wehte. Kiki entdeckte ein kleines Nest aus weichen Federn das genau die richtige Größe für einen kleinen Koala hatte.
"Es ist hier noch viel schöner als ich es mir in meinen Gedanken vorgestellt habe" flüsterte der kleine Kiki mit einer ganz leisen Stimme. Hopdi das Känguru suchte sich einen gemütlichen Platz im hohen Gras direkt unter dem großen Baum.
Die weise Eule Emma ließ sich auf dem höchsten Zweig nieder und hielt mit ihren großen Augen stolze Wacht über ihre Freunde. Kiki kuschelte sich tief in das weiche Moos und spürte wie seine kleinen Glieder schwer und vollkommen entspannt wurden.
"Vielen Dank für diesen wunderschönen Tag und für das tolle Abenteuer durch den nächtlichen Wald" murmelte Kiki während er schon fast im fernen Reich der Träume angekommen war. Papa Koala gab ihm einen zarten Kuss auf die Nase und deckte ihn mit einem großen duftenden Blatt vorsichtig zu.
"Schlaf gut mein kleiner Schatz und träume von den hellen Sternen die über uns alle wachen" antwortete Papa während er sich schützend neben seinen Sohn legte.
Die ganze Lichtung war nun erfüllt von einem tiefen friedlichen Schweigen und dem regelmäßigen Atmen der vielen Waldtiere.
Sogar der Wind schien nur noch ganz leise zu wehen um den Schlaf der kleinen Abenteurer nicht zu stören. Kiki wusste tief in seinem Herzen dass er immer sicher und geborgen war egal wohin ihn seine kleinen Reisen führen mochten.
So schlief der kleine Koala glücklich und zufrieden ein während die silbernen Blätter des Schlafbaums leise im Mondschein raschelten.




