Kalle Klabautermann schmückt den größten Weihnachtsbaum - eine lustige Gute-Nacht-Geschichte zu Weihnachten

3 Minuten Vorlesezeit

Es war einmal ein winzig kleiner Wichtel mit roter Zipfelmütze, krummen Stiefeln, einem runden Bauch und einer Laune, die immer fröhlich blieb. Er hieß eigentlich Karl Klabautermann, doch alle nannten ihn Kalle, weil dieser Name so wunderbar purzelte wie er selbst.

Wann immer Kalle etwas anfing, klapperte es, rumpelte es, und meist ging etwas schief, aber genau das machte ihn so beliebt.

An diesem Morgen wachte Kalle auf, weil ein Schneekristall durch das offene Fenster direkt auf seine Nase fiel. Er nieste so heftig, dass seine Mütze vom Kopf flog, gegen den Schrank prallte und in einem Stiefel stecken blieb. Kalle setzte sich auf, rieb sich die Augen und rief gut gelaunt „Das war ein frostiger Weckruf“.

Er sprang aus dem Bett, zog seine Stiefel an, allerdings wieder einmal auf dem falschen Fuß. Nach ein paar tapsigen Schritten bemerkte er es, drehte sich im Kreis und lachte laut über sich selbst. Durch das Fenster sah er den Winterwald glitzern, und mitten auf der Lichtung stand ein riesiger Weihnachtsbaum.

Der Baum war so groß, dass seine Spitze im Morgennebel verschwand. Seine Äste waren schwer von Schnee, und kleine Zapfen funkelten wie Sterne. Kalle klatschte vor Begeisterung in die Hände und sagte „Dieser Baum braucht dringend meinen Weihnachtsschmuck“.

Er schleppte seinen Werkzeugkasten nach draußen, der so laut klapperte, dass alle Tiere neugierig wurden. Im Kasten lagen bunte Kugeln, schiefe Kerzen, Glöckchen, Schnüre und viele seltsame Dinge von früheren Abenteuern. Kalle schnappte sich eine Lichterkette, die sich sofort um seinen Arm, seine Mütze und einen Ast wickelte.

Beim Versuch, sich zu befreien, drehte er sich immer schneller und fiel schließlich rückwärts in den Schnee. Eine Schneewolke stob auf, und Kalle tauchte lachend daraus hervor. Er rief fröhlich „Der Baum bekommt heute Bewegung“.

Zuerst wollte Kalle unten anfangen und hing eine Kugel an den niedrigsten Ast. Die Kugel war jedoch sehr glatt und rutschte ihm direkt wieder aus den Fingern. Sie rollte über den Boden, sprang über eine Wurzel und blieb im Bart einer Ziege hängen, die gerade vorbeikam.

Die Ziege schaute verwundert, während Kalle rief „Du siehst festlich aus, bleib bitte kurz stehen“. Er befestigte noch ein Glöckchen an der Ziege, bevor diese gemächlich davontrottete und leise klingelte. Kalle nickte zufrieden und wandte sich wieder dem Baum zu.

Nun holte er eine Leiter, die schon etwas wackelig aussah. Bei jedem Schritt knarrte sie, und Kalle knarrte gleich mit. Oben angekommen wollte er eine Kerze anbringen, doch das Wachs tropfte auf seine Finger.

Erschrocken pustete er, verlor das Gleichgewicht und rutschte ein Stück am Stamm entlang. Dabei blieb seine Mütze in den Zweigen hängen, während er kopfüber baumelte. Kalle lachte und sagte „So sehe ich den Baum mal von unten“.

Die Tiere des Waldes versammelten sich nun ringsum. Das Eichhörnchen brachte Nüsse, der Hase schleppte eine alte Schleife, und der Fuchs beobachtete alles schmunzelnd. Kalle band die Nüsse an den Baum, verwechselte dabei aber die Schnüre.

Plötzlich hing ein ganzer Nusskranz zusammen mit einer Teetasse und einem Löffel im Geäst. Der Wind bewegte alles, sodass es leise klirrte und klapperte. Kalle klatschte begeistert und rief „Der Baum macht Musik“.

Aus seinem Werkzeugkasten fiel eine alte Socke, die er immer zum Putzen benutzt hatte. Der Wind erfasste sie, wirbelte sie hoch und setzte sie direkt auf die Baumspitze. Kalle schaute nach oben und sagte stolz „Besser hätte ich es nicht platzieren können“.

Beim nächsten Versuch wollte er Sterne aufhängen, doch die Schnur verknotete sich immer wieder. Am Ende hing ein dicker Knoten aus Sternen, Knöpfen, Zapfen und einer kleinen Pfanne am Ast. Kalle betrachtete das Werk lange und meinte „Das sieht sehr besonders aus“.

Als es langsam dunkler wurde, zündete Kalle vorsichtig die Kerzen an. Dabei begann seine Mütze erneut leicht zu qualmen, weil sie zu nah hing. Er nahm sie schnell ab und hängte sie einfach mit an den Baum.

Nun leuchtete der Weihnachtsbaum in einem ganz eigenen Glanz. Zwischen Nadeln hingen Löffel, Socken, Tassen, Nüsse, eine Mütze, ein Schneebesen und ein Türschild. Nichts passte zusammen, und doch wirkte alles fröhlich und lebendig.

Kalle trat ein paar Schritte zurück und verschränkte zufrieden die Arme. Dann sagte er leise „Dieser Baum ist genau richtig geworden“. Die Tiere nickten, lachten und tanzten im Schnee um den Baum herum.

Der Wind ließ die seltsamen Dinge leise erklingen, und der Baum funkelte stolz im Winterlicht. Kalle gähnte, setzte sich in den Schnee und kuschelte sich in seine Jacke. Er murmelte schläfrig „Morgen räume ich vielleicht auf, oder ich schmücke weiter“.

So schlief Kalle Klabautermann ein, während der verrückteste Weihnachtsbaum des Waldes hell leuchtete.Und alle, die ihn sahen, mussten lachen und wussten, dass Weihnachten manchmal wunderbar patschig sein darf.

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