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Der Teddy mit den 100 Geschichten - eine Geschichte mit Herz

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 7. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit
Leni sitzt mit ihrem Teddy im Bett und lauscht seinen Geschichten

Der Teddy mit den 100 Geschichten saß jeden Abend ganz still auf dem kleinen Holzbett von Leni und wartete geduldig auf den Moment, in dem das Zimmer langsam dunkler wurde. Leni liebte ihren Teddy sehr, denn sie wusste seit langer Zeit, dass in seinem weichen Bauch hundert verschiedene Geschichten schlummerten, die nur darauf warteten, geweckt zu werden.

Jeder neue Abend fühlte sich für Leni wie eine kleine Reise an, weil sie nie wusste, welche Geschichte der Teddy diesmal hervorzaubern würde, und genau das machte jeden Abend besonders spannend und wunderbar.


An diesem besonderen Abend kuschelte sich Leni tief unter ihre warme Decke und sah ihren Teddy aufmerksam an. Seine Glasaugen glitzerten im sanften Licht der Lampe und wirkten so lebendig, dass Leni leise fragte: „Welche Geschichte erzählst du mir heute?“.


Der Teddy bewegte sich nicht, doch Leni wusste aus Erfahrung, dass seine Geschichten immer dann begannen, wenn sie besonders aufmerksam lauschte und ganz ruhig atmete, als würde sie dem Zimmer selbst zuhören.


Plötzlich spürte Leni ein sanftes Kitzeln in ihrer Hand, das so leicht war wie ein winziges Geheimnis. Das Kitzeln wanderte über ihren Arm und erreichte schließlich ihr Ohr. In diesem Moment hörte sie die vertraute Stimme des Teddys, die nur sie selbst verstehen konnte.


„Heute beginnt die Geschichte von der wandernden Wolke, die den Schlaf sucht,“ flüsterte er. Leni lächelte breit und schloss langsam die Augen, weil sie wusste, dass die Geschichte nun Gestalt annehmen würde und sie bald durch eine neue Welt reisen würde.


Vor ihrem inneren Blick erschien eine kleine weiße Wolke, die so weich aussah, dass man sie am liebsten berühren wollte. Sie schwebte friedlich am Himmel und bewegte sich ganz langsam über stille Wiesen und leise raschelnde Bäume. Die Wiesen lagen wie breite grüne Teppiche unter ihr, und die Bäume wirkten wie freundliche Gestalten, die der Wolke zuwinkten.


Die Wolke sehnte sich nach einem gemütlichen Platz, an dem sie sich ausruhen konnte, denn sie hatte den ganzen Tag viele Sonnenstrahlen getragen und fühlte sich angenehm müde. Sie suchte einen Ort, an dem der Himmel besonders weich wirkte, und deshalb reiste sie geduldig von Platz zu Platz und beobachtete dabei die Welt unter sich.


Die Wolke traf unterwegs einen freundlichen Spatz, der auf einem Ast saß und fröhlich zwitscherte. Der Spatz flatterte aufgeregt in kleinen Kreisen um die Wolke und fragte fröhlich: „Warum schwebst du so langsam durch den Abendhimmel?“ Die Wolke antwortete freundlich und erklärte, dass sie einen Ort suche, an dem sie endlich ruhen könne.


Der Spatz flatterte ein Stück höher, wirbelte ein paar Blätter durch die Luft und zeigte dann mit seinem kleinen Flügel in Richtung einer sanften Anhöhe, die von warmem Abendlicht berührt wurde.


„Dort oben fühlt sich der Himmel besonders sanft an,“ sagte er. Die Wolke bedankte sich sehr und zog weiter, während der Spatz ihr noch ein fröhliches Zwitschern hinterherrief.


Als die Wolke weiterreiste, sah sie unter sich ein ruhiges Dorf, in dem die Häuser eng aneinander standen und die Dächer rot im Abendlicht glühten. In den Fenstern tauchten nach und nach kleine Lichter auf, die wie freundliche Augen wirkten.


Die Wolke beobachtete eine Katze, die sich auf einer Mauer ausstreckte und langsam ihre Pfoten ausfuhr. Sie beobachtete auch eine Familie, die gemeinsam über einen hofähnlichen Innenbereich ging und leise miteinander sprach.


Die Wolke schwebte behutsam weiter, denn sie wollte niemanden erschrecken, und sie genoss die friedliche Stimmung des Dorfes.


Als sie die Anhöhe erreichte, stellte sie fest, dass der Himmel dort tatsächlich wunderbar weich wirkte. Der Wind war ruhig und trug die Wolke behutsam, als hätte er gewusst, dass sie bald einschlafen würde.


Über ihr begannen erste Sterne zu leuchten, und jeder einzelne funkelte ruhig und freundlich. Einer der Sterne schien der Wolke sogar zuzulächeln, und sie fühlte sich sofort sehr wohl.


Die Wolke schwebte langsam tiefer und ließ sich schließlich an einem ruhigen Platz nieder, der sich wie ein gemütlicher Schlafsack anfühlte. Dann begann der Himmel um sie herum sanft zu glitzern, als ob die Sterne der Wolke eine liebevolle Gute Nacht wünschen wollten.


Leni hörte die Stimme des Teddys wieder, und sie war noch leiser und weicher als zuvor. „Die Wolke schläft jetzt tief und zufrieden,“ sagte der Teddy.


„Sie träumt von warmen Tagen und stillen Nächten, und vielleicht besucht sie morgen ein anderes Kind, das auch gern träumen möchte.“ 


Leni stellte sich vor, wie die Wolke in der nächsten Nacht über fremde Städte schwebt, vielleicht über ein Meer gleitet oder über ein kleines Haus wacht, in dem ein anderes Kind gerade seine Augen schließt.


Der Teddy mit den hundert Geschichten blieb still an ihrer Seite sitzen. Seine weichen Arme lagen leicht an Lenis Schulter, als wolle er sagen, dass er sie behütet in den Schlaf begleiten würde.


Die Lampe im Zimmer wurde allmählich dunkler, während die Stille des Raumes weich und angenehm wurde und die Schatten an den Wänden langsam verschwammen. Der Mond draußen schien ruhig auf die Fensterbank und malte helle Formen in das Zimmer, die Leni wie fließende Muster wahrnahm.


Leni atmete langsam ein und aus und fühlte die Wärme ihres Bettes, die Ruhe des Zimmers und die Nähe ihres Teddys. Sie spürte, wie ihre Gedanken langsamer wurden, während die letzten Bilder der Wolkengeschichte sanft in ihren Träumen verschwammen.


Kurz bevor sie endgültig einschlief, hörte sie den Teddy ein letztes Mal flüstern. „Schlaf gut Leni, denn jede Nacht wartet eine neue Geschichte auf dich.“ 


Leni lächelte im Halbschlaf und wusste, dass es wahr war. Denn in ihrem Teddy ruhten noch neunundneunzig weitere Geschichten, und jede davon wartete geduldig darauf, mit ihr in eine neue träumerische Nacht zu reisen.

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