top of page

Das Schlafschloss im Wolkenmeer - eine Geschichte zum Einschlafen für Kinder

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 17. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
Die Sandmännchen schweben um das Wolkenschloss

Das Schlafschloss im Wolkenmeer verbirgt in seinen unzähligen Kammern noch viel mehr Geheimnisse, als man auf den ersten Blick erahnen kann. Jedes Stockwerk ist mit weichen Teppichen aus echtem Abendrot ausgelegt, die jeden Schritt dämpfen und ein Gefühl von wohliger Wärme verbreiten. In der Mitte des Schlosses befindet sich die große Halle der Sternenfilter, in der riesige Siebe aus feinstem Silberdraht hängen.


Hier sieben die Sandmännchen den groben Tagestaub aus den Träumen heraus, damit nur die schönen Erlebnisse in den Köpfen der Kinder bleiben. Lenia führte ihre neuen Lehrlinge oft zu den großen Regalen, in denen die verschiedenen Sandarten in leuchtenden Glasflaschen aufbewahrt wurden.


"Seht euch diesen blauen Sand genau an, denn er ist für die Abenteurer gedacht, die im Schlaf gerne die Tiefsee erforschen möchten" erklärte sie den staunenden Kindern.


An den Wänden der Flure hängen lebendige Gemälde, die sich ständig verändern und Szenen aus den schönsten Träumen der Weltgeschichte zeigen. Manchmal sieht man ein fliegendes Pferd mit Flügeln aus Regenbogenfarben oder einen Wald, in dem die Bäume aus köstlicher Zuckerwatte gewachsen sind.


In einer besonderen Ecke des Schlosses steht das Labor der Düfte, das von der weisen Sandfrau Aurora geleitet wird. Sie mischt dort Essenzen aus getrockneten Mondblumen und dem Lachen von kleinen Waldelfen zusammen.


"Ein Hauch von diesem Duft lässt jedes Kissen so gemütlich wie das Nest eines Vogels werden" sagte Aurora, während sie eine goldene Flüssigkeit in eine Schale goss.


Lenia liebte es, wenn der gesamte Raum nach frisch gebackenem Apfelkuchen und Sommerregen duftete, weil das die Herzen der Menschen besonders ruhig werden ließ.


Hinter einer schweren Tür aus Kristall befindet sich der Raum der verlorenen Kuscheltiere, wo die Sandmännchen jene Spielzeuge bewachen, die im Traumland kurzzeitig vergessen wurden. Wenn ein Kind nachts nach seinem Bären sucht, schicken die Sandmännchen einen kleinen Lichtstrahl aus, der das Kuscheltier im Bett wieder auffindbar macht.


"Niemand soll sich in der Nacht einsam oder verlassen fühlen müssen" murmelte Lenia, während sie ein kleines Häschen aus Plüsch mit neuer Zauberkraft auflud. Sie wusste ganz genau, dass ein treuer Begleiter die beste Medizin gegen schlechte Träume war.


Im Schloss gibt es auch eine riesige Karte der Welt, auf der jedes Haus mit einem kleinen, funkelnden Punkt markiert ist. Wenn ein Punkt anfängt unruhig zu flackern, weiß die Besatzung des Schlosses sofort, dass dort jemand Hilfe beim Einschlafen benötigt.


Eines Abends entdeckte Lenia einen besonders hellen Punkt in einer kleinen Stadt am Meer, wo ein Mädchen namens Mia nicht aufhören konnte zu weinen. Mia hatte am Tag ihren Lieblingsball verloren und war nun sehr traurig über den Verlust.


Lenia suchte schnell in der Abteilung für Trostgedanken nach einem passenden Mittel für das traurige Herz. Sie fand eine kleine Phiole mit schimmerndem Silberstaub, der die Eigenschaft hatte, traurige Erinnerungen in bunte Seifenblasen zu verwandeln.


"Dieser Staub wird Mia helfen, den Schmerz zu vergessen und sich auf den neuen Tag zu freuen" sagte der Meister Sandmann, der plötzlich hinter ihr aufgetaucht war. Gemeinsam mischten sie den Staub mit einer Portion Mut, damit Mia morgen einen neuen Ball suchen konnte.


Die Sandmännchen benutzen für ihre Reisen zu den Menschen nicht nur Rutschen, sondern auch kleine Boote aus getrockneten Blättern. Diese Boote segeln auf den Luftströmungen der Nacht und können punktgenau auf den Fensterbrettern der Häuser landen.


Wenn ein Boot zurückkehrt, bringt es oft das Echo eines zufriedenen Schnarchens oder ein leises Murmeln mit in das Schloss. Lenia lauschte gerne diesen Geräuschen, weil sie die Bestätigung für ihre gute Arbeit waren.


In der großen Schlossküche bereiteten die Sandfrauen währenddessen schon das Frühstück für die Rückkehrer vor, das aus flüssigem Sternenlicht und fluffigen Wolkenpfannkuchen bestand.


"Nach einer langen Nachtschicht haben sich alle eine kräftige Stärkung verdient" meinte die Köchin mit einem Augenzwinkern.


Bevor die Sonne den Horizont endgültig berührte, kontrollierte Lenia noch einmal die großen Vorratsspeicher für den Schlafsand. Sie strich mit ihrer Hand über die feinen Körner und spürte die magische Energie, die in jedem einzelnen Staubkorn steckte.


Das Schloss vibrierte leise im Takt der schlafenden Welt und strahlte eine unendliche Ruhe aus. Die hohen Türme schienen sich im Wind zu verbeugen, als wollten sie sich bei den Sternen für ihre Hilfe bedanken.


Lenia wusste, dass sie am nächsten Abend wieder bereit sein würde, um über den Schlaf der Kinder zu wachen. Das Schlafschloss blieb ein Ort voller Wunder, an dem die Nacht keine Sorgen kannte und jeder Traum ein kleines Abenteuer war.


Schlummerpiraten Newsletter

Herzlich Willkommen und Danke!

Keine Sorge, ich bombardieren dich nicht mit E-Mails! Der Newsletter kommt nur einmal pro Woche und enthält eine liebevolle Zusammenfassung der neuesten Gute-Nacht-Geschichten.
Bei der Anmeldung erhältst du 100 Ausmalseiten und die erste Geschichte des Buches "Ich bin wertvoll", als kleines Dankeschön.

Alle Anfragen an: schlummerpiraten@gmail.com

© 2025 by Michael

bottom of page