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Benny der tapfere Dinosaurier - eine Gute-Nacht-Geschichte über Freundschaft

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 4 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Benny und seine Freundin Rubi spielen im Dschungel

In einer Zeit vor vielen Millionen Jahren, als die Farne so hoch wie Häuser wuchsen und der Himmel in einem sanften Rosa leuchtete, lebte ein kleiner Dinosaurier namens Benny. Benny war ein hellgrüner Maiasaura mit großen, neugierigen Augen und kräftigen Beinen, die ihn den ganzen Tag durch den dichten Urwald trugen.


Obwohl er nicht der größte oder stärkste Saurier im Tal war, besaß er ein Herz, das so mutig wie das eines Riesenechsenkönigs war. Seine beste Freundin war Rubi, ein kleiner Flugsaurier mit glänzenden, roten Flügeln, die im Sonnenlicht wie kostbare Edelsteine funkelten.


Eines Nachmittags spielten die beiden Verstecken zwischen den riesigen Baumstämmen, die mit weichem, blauem Moos bewachsen waren. Benny zählte gerade laut bis zehn, als er plötzlich ein lautes Knacken und einen kurzen, erschrockenen Schrei von oben hörte.


Er rannte sofort in die Richtung des Geräusches und fand Rubi am Boden liegen, die traurig mit ihren Flügeln zuckte. Ein heftiger Windstoß hatte sie gegen einen dicken Ast geschleudert und nun schmerzte ihr linker Flügel so sehr, dass sie nicht mehr abheben konnte.


"Keine Sorge, Rubi, ich bin bei dir und werde dir helfen", sagte Benny mit einer festen und beruhigenden Stimme. Rubi schaute ihn mit großen, feuchten Augen an und versuchte tapfer zu lächeln, obwohl sie ein wenig zitterte.


Benny wusste genau, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit zurück auf die sichere Sonneninsel hinter dem großen Fluss mussten. Er suchte in der Umgebung nach einer Lösung und entdeckte ein langes, stabiles Stück Rinde, das perfekt als Trage dienen konnte. Vorsichtig half er Rubi dabei, auf die Rinde zu klettern, und biss vorsichtig in das Ende des Holzes, um sie hinter sich herziehen zu können.


Der Weg war beschwerlich, denn überall lagen umgestürzte Stämme und glitschige Steine, die Benny den Weg versperrten. Zuerst mussten sie den Wald der flüsternden Blätter durchqueren, wo die Pflanzen so dicht standen, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden berührte. Benny schob mit seinem Kopf vorsichtig die dicken Farnwedel zur Seite, damit Rubi auf ihrem Holzschlitten nicht hängen blieb.


"Wir müssen ganz vorsichtig sein, denn unter diesen Blättern könnten tiefe Pfützen versteckt sein", erklärte Benny seiner kleinen Freundin. Plötzlich rutschte Benny auf einem nassen Stein aus und landete mit einem lauten Plumps mitten im Schlamm. Rubi erschrak für einen Moment, aber als sie sah, wie lustig Benny mit seinen schlammigen Pfoten aussah, musste sie leise kichern.


Benny lachte ebenfalls und schüttelte sich kräftig, sodass kleine Schlammspritzer in alle Richtungen flogen. Nachdem er sich wieder aufgerappelt hatte, erreichten sie den Rand des sprudelnden Kristallflusses, der heute besonders wild und laut rauschte. Das Wasser glitzerte in allen Farben des Regenbogens, aber die Strömung sah sehr stark und unheimlich aus. Benny bemerkte sofort, dass die gewohnte Brücke aus flachen Steinen vom Regen der letzten Nacht vollständig überspült worden war.


"Halt dich ganz fest an der Rinde, wir müssen jetzt schwimmen", rief Benny seiner Freundin zu, während er mutig in das kühle Nass stieg. Das Wasser reichte ihm erst bis zu den Knien und dann sogar bis zum Bauch, aber er stemmte seine kräftigen Beine gegen die Strömung. Er achtete peinlich genau darauf, dass Rubis verletzter Flügel nicht nass wurde, damit sie nicht anfing zu frieren. In der Mitte des Flusses begegneten sie einem alten Wassersaurier, der neugierig seinen langen Hals aus den Wellen streckte.


"Braucht ihr vielleicht Hilfe bei der Überquerung dieses tiefen Wassers?", fragte der freundliche Meeresbewohner mit einer tiefen und sanften Stimme. Benny bedankte sich höflich, wollte es aber unbedingt aus eigener Kraft schaffen, um Rubi zu zeigen, wie stark er war. Mit letzter Kraft zog er den Rindenschlitten auf das andere Ufer und legte eine kurze Pause im warmen Sand ein.


Doch die Reise war noch lange nicht zu Ende, denn vor ihnen erstreckte sich nun das Tal der leuchtenden Pilze. In diesem Teil des Urwaldes war es schon etwas dunkler, aber die riesigen Pilze am Boden leuchteten in einem sanften Blau und Grün.


"Diese Pilze sehen aus wie kleine Laternen, die uns den Weg nach Hause leuchten wollen", staunte Rubi und vergaß für einen Moment ihre Schmerzen am Flügel. Plötzlich versperrte ihnen ein umgestürzter Baumstamm den Weg, der viel zu groß war, um ihn einfach beiseite zu schieben. Benny überlegte kurz und entdeckte dann eine schmale Lücke unter dem Stamm, die gerade groß genug für Rubi und ihn war. Er legte sich flach auf den Bauch und kroch Zentimeter für Zentimeter vorwärts, während er die Rinde mit Rubi darauf hinter sich her zog.


"Gleich haben wir es geschafft, ich kann das Licht unserer Heimat schon sehen", ermutigte Benny seine Freundin mit einem hoffnungsvollen Lächeln. Nach dem Hindernis mussten sie einen dunklen Tunnel aus verschlungenen Lianen durchqueren, in dem es eigenartig raschelte. Benny spürte, wie seine Knie ein wenig weich wurden, aber er dachte an seine hilflose Freundin und schöpfte daraus neue Kraft.


Plötzlich tauchte ein neugieriger, kleiner Schatten vor ihnen auf, der sich jedoch nur als ein harmloser Hüpfdinosaurier herausstellte. Der kleine Hüpfer hatte bunte Streifen auf dem Rücken und schien sich über den Besuch der beiden Wanderer sehr zu freuen.

"Hab keine Angst, das ist nur ein kleiner Nachbar, der uns den Weg zeigen will", flüsterte Benny, um Rubi die Angst vor der Dunkelheit zu nehmen.


Der kleine Hüpfer sprang flink voran und zeigte ihnen einen geheimen Pfad, der viel kürzer und flacher war als der normale Weg durch das dicke Unterholz. Schließlich erreichten sie den Gipfel des sanften Hügels, von dem aus man bereits die sicheren Nester ihrer Familien im goldenen Abendlicht sehen konnte.


Die Eltern von Rubi kamen sofort mit großen Flügelschlägen angeflogen und hießen die beiden Abenteurer herzlich willkommen. Sie waren so erleichtert, ihre kleine Tochter wohlbehalten wiederzusehen, und lobten Benny für seine außerordentliche Tapferkeit.


"Du bist der mutigste Dinosaurier, den ich jemals in meinem ganzen Leben getroffen habe", rief Rubi glücklich, als sie vorsichtig in ihr weiches Nest gehoben wurde. Benny lächelte zufrieden und spürte, wie müde seine Beine nach diesem langen und anstrengenden Abenteuer nun endlich geworden waren. Er legte sich unter einen besonders großen Farn in der Nähe von Rubis Nest und beobachtete die ersten funkelnden Sterne am weiten Nachthimmel.


Die beiden Freunde wussten nun ganz genau, dass sie gemeinsam jedes Hindernis überwinden konnten, solange sie einander vertrauten und niemals aufgaben. Benny schloss langsam seine schweren Augen und schlief mit dem wunderbaren Gefühl ein, ein echter Held für seine beste Freundin zu sein.


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