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Als der Elefant die winzige Maus retten musste - eine klitzekleine Gute-Nacht-Geschichte

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Thabo und Pippa sitzen zusammen und spielen

Es war einmal ein gewaltiger Elefant namens Thabo, der in einem Land lebte, wo die Bäume bis in die Wolken reichten und die Flüsse nach süßem Honig schmeckten. Thabo war kein gewöhnlicher Elefant, denn seine Haut schimmerte im Mondlicht wie poliertes Silber und seine Stoßzähne waren so weiß wie der frisch gefallene Schnee auf den fernen Berggipfeln.


Er war der Wächter des flüsternden Waldes und sorgte dafür, dass jedes Tier, egal ob groß oder klein, sicher schlafen konnte. Eines Abends, als die Sonne den Himmel in ein tiefes Violett tauchte, spazierte Thabo gemütlich am Ufer des Saphir-Sees entlang.


Er genoss die kühle Brise, die durch seine großen Ohren wehte, als er plötzlich ein klägliches Quietschen vernahm, das aus einem dichten Haufen aus dornigen Ranken drang. Thabo blieb sofort stehen und neigte seinen massiven Kopf zur Seite, um besser lauschen zu können.


Er entdeckte eine winzige Maus namens Pippa, die in den klebrigen Fäden eines uralten Spinnennetzes gefangen war, das zwischen den Dornen gespannt war. Pippa zappelte verzweifelt mit ihren kleinen Beinchen, aber je mehr sie sich bewegte, desto fester zogen sich die silbernen Fäden um ihren winzigen Körper.


Thabo kniete sich ganz vorsichtig hin, damit die Erde unter seinem Gewicht nicht bebte, und flüsterte mit einer Stimme, die wie ein sanftes Grollen klang: "Hab keine Angst, kleine Pippa, ich werde dich aus dieser misslichen Lage befreien." 


Er wusste genau, dass seine großen Stoßzähne viel zu grob für diese feine Arbeit waren, also benutzte er die Spitze seines Rüssels wie einen weichen Finger. Mit unglaublicher Geduld zupfte er einen Faden nach dem anderen von ihrem Fell, während er ihr beruhigende Worte zusprach.


Als Pippa endlich frei war, plumpste sie erschöpft in den weichen Staub vor Thabos riesigen Füßen. Sie blickte zu dem grauen Riesen auf und sagte mit zittriger Stimme: "Du hast mir das Leben gerettet, aber ich fürchte, mein ganzes Dorf ist in großer Gefahr!" Thabo spitzte seine Ohren und fragte sofort nach dem Grund für ihre große Sorge: "Erzähl mir alles, denn kein Unheil soll die Bewohner dieses Waldes treffen." 


Pippa erklärte ihm unter Tränen, dass ein riesiger Felsbrocken den Eingang zu ihrer Höhle versperrt hatte, während alle anderen Mäuse noch tief drinnen schliefen. Wenn die Sonne am nächsten Morgen aufging, würde es in der Höhle viel zu heiß werden und die Mäuse fänden keinen Weg mehr hinaus zum kühlen Wasser.


Thabo zögerte keine Sekunde und forderte die kleine Maus auf, auf seinen Rücken zu klettern. Pippa krallte sich in die dicke, faltige Haut des Elefanten, während Thabo mit großen Schritten durch das dichte Unterholz eilte. Die Vögel in den Zweigen sahen staunend zu, wie der größte Bewohner des Waldes die kleinste Bewohnerin auf seinem Rücken trug.


Als sie die Mäusehöhle am Fuße des Donner-Berges erreichten, sah Thabo das ganze Ausmaß des Problems. Ein mächtiger Stein, so groß wie ein kleiner Hügel, war vom Gipfel herabgerollt und hielt die Mäusefamilie wie in einem Gefängnis gefangen. Thabo stemmte seine kräftige Stirn gegen den harten Stein und atmete tief ein, um all seine Kraft zu sammeln.


Er flüsterte zu sich selbst und zu Pippa: "Gemeinsam sind wir stark, auch wenn ich die Last alleine drücken muss." Mit einem gewaltigen Schnauben drückte er gegen den Fels, bis seine Hufe tief im Boden versanken und die Muskeln an seinen Beinen zitterten. Plötzlich gab es ein lautes Knirschen und der Stein rollte mit einem dumpfen Grollen zur Seite, sodass der Weg wieder frei war.


Hunderte von kleinen Mäusen huschten voller Freude aus der dunklen Höhle und tanzten im fahlen Licht des Mondes um Thabos Beine herum. Die Mäusemutter trat vor und rief mit lauter Stimme zu dem Elefanten hoch: "Wir werden deine Heldentat niemals vergessen und in unseren Liedern von deiner Güte singen!" 


Thabo fühlte sich sehr glücklich und senkte seinen Rüssel, damit Pippa wieder zu ihrer Familie hinunterrutschen konnte. Er verabschiedete sich mit einem sanften Trompeten, das wie eine freundliche Melodie durch die Nacht klang. Auf seinem Heimweg dachte er darüber nach, dass wahre Stärke nicht nur darin liegt, Steine zu bewegen, sondern darin, ein Herz für die Schwächeren zu haben.


Die Sterne funkelten in dieser Nacht besonders hell über dem flüsternden Wald, als alle Tiere friedlich einschliefen. Thabo legte sich unter seinen Lieblingsbaum und schloss zufrieden seine Augen, während er das ferne Piepsen der glücklichen Mäuse hörte.


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