Die kleine Wolke Fluffy und der Regen - eine kuschelige Gute-Nacht-Geschichte
- Michael Mücke

- 2. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Es war einmal eine kleine Wolke namens Fluffy. Sie war zart und weich, fast wie ein flauschiges Kissen, das über den weiten Himmel schwebte. Fluffy war nicht so groß wie die anderen Wolken, und sie fühlte sich oft ein wenig unsicher, wenn sie die mächtigen Regenwolken über sich sah.
Ihre Freunde, die großen, grauen Wolken, waren oft sehr beschäftigt. Sie regneten, donnerten und brachten den Regen, der für die Erde so wichtig war. Doch Fluffy mochte den Regen nicht.
Sie fand ihn nass, kühl und ein bisschen unbehaglich. Am liebsten schwebte sie einfach durch den blauen Himmel, betrachtete die weiten Felder und Berge und freute sich an der Sonne.
Doch an diesem besonderen Tag war der Himmel anders. Der Wind wehte stärker, und die Wolken sammelten sich immer mehr. Fluffy fühlte sich unruhig, als sie den Sturm über dem Horizont aufziehen sah. Sie wusste, dass es bald regnen würde, aber sie wollte nicht regnen.
„Warum muss ich auch immer regnen?“, dachte sie sich. „Es ist doch viel schöner, einfach so zu fliegen.“
Der Himmel verdunkelte sich, und Fluffy hörte das entfernte Grollen von Donnergrollen. Es war der Klang eines gewaltigen Sturms, der sich formierte. Fluffy fühlte sich immer kleiner und unsicherer, je mehr die dunklen Wolken sich über sie legten. „Ich möchte nicht regnen“, dachte sie traurig.
„Warum kann ich nicht einfach wie die anderen Wolken schweben und den Regen den großen Wolken überlassen?“ Inmitten dieser Gedanken bemerkte Fluffy eine ganz besondere Wolke.
Sie war riesig und dunkler als alle anderen. Ihr Körper war eine Mischung aus tiefem Grau und fast schwarzem Blau. Sie zog majestätisch durch den Himmel, und Fluffy konnte nicht anders, als sie zu bewundern.
„Wow, was für eine große Wolke!“, rief sie erstaunt.
Die große Wolke bemerkte Fluffy und ließ ihre riesige Masse sanft in den Himmel sinken. „Hallo, kleine Wolke“, sagte sie mit einer tiefen, beruhigenden Stimme. „Ich bin Nimbus, die Regenwolke.“
Fluffy flog näher und betrachtete die beeindruckende Wolke. „Du bist so groß und stark. Ich bin Fluffy, eine kleine Wolke. Aber… ich mag den Regen nicht. Er fühlt sich so nass und unangenehm an. Warum musst du eigentlich immer regnen?“
Nimbus nickte langsam und betrachtete Fluffy mit freundlichen, warmen Blicken.
„Ah, kleine Fluffy, ich verstehe, warum du so denkst. Aber der Regen ist ein sehr wichtiger Teil des Lebens auf der Erde. Er hilft den Bäumen, den Blumen und den Pflanzen zu wachsen. Er füllt die Flüsse und Seen, damit die Tiere und Menschen genug Wasser haben. Ohne den Regen wäre die Erde ein trockener, leerer Ort. Der Regen bringt neues Leben.“
Fluffy schaute nachdenklich auf die Erde hinunter. Sie sah die grünen Wiesen, die dichten Wälder und die weiten Felder. „Aber der Regen ist doch so kalt und unangenehm. Ich möchte nicht regnen und die Erde nass machen. Was ist, wenn die Menschen oder Tiere sich nicht freuen?“
Nimbus lächelte und erklärte geduldig: „Du denkst, der Regen ist nur nass und kühl. Aber in Wirklichkeit ist der Regen ein Geschenk. Stell dir vor, wie die Pflanzen ihn durstig aufnehmen. Sie trinken das Wasser und wachsen stärker und schöner. Wenn du regnest, hilfst du dabei, dass die Blumen blühen und die Bäume frisches, grünes Blattwerk bekommen. Und auch die Tiere freuen sich, wenn der Regen die Flüsse und Seen füllt. Der Regen ist wie ein Freund der Erde, der ihr hilft, lebendig zu bleiben.“
Fluffy fühlte sich ein wenig beruhigt, aber sie war immer noch unsicher. „Aber ich mag es einfach nicht, wenn ich regnen muss. Es fühlt sich so komisch an.“
Nimbus zog eine langsame, sanfte Spirale in der Luft.
„Ich verstehe dich, Fluffy. Aber lass mich dir etwas zeigen. Schau dich um. Siehst du, wie die Bäume und Blumen unter dem Himmel sehnen? Sie brauchen das Wasser, das du bringen kannst. Du bist nicht nur eine kleine Wolke, die Wasser abgibt – du bist ein Teil der Natur, der ihr hilft, zu wachsen.“
Fluffy blickte wieder auf die Erde hinab und sah die bunten Blumen, die langsam ihre Köpfe in Richtung des Himmels neigten. Sie sah die Bäume, die ihre Äste ausstreckten, als ob sie den Regen herbeirufen wollten. „Vielleicht… vielleicht ist der Regen ja doch etwas Gutes“, dachte Fluffy nach.
Nimbus nickte. „Ja, Fluffy. Der Regen ist nicht nur wichtig, er ist auch schön. Denk daran: Jedes Mal, wenn du regnest, hilfst du dabei, dass die Erde grüner und lebendiger wird. Der Regen, den du bringst, ist wie ein sanftes Kitzeln, das das Leben zum Wachsen bringt.“
Fluffy überlegte. Sie hatte nie wirklich darüber nachgedacht, dass der Regen etwas so Wundervolles war. „Okay, Nimbus. Ich verstehe jetzt. Ich werde es tun. Ich werde regnen und der Erde helfen, grün und lebendig zu bleiben.“
Mit einem kleinen Lächeln begann Fluffy, sich zu füllen. Zuerst war es nur ein sanfter Tropfen, der aus ihr herabfiel. Doch bald spürte Fluffy, wie sich ihr Körper mit Wasser füllte. Sie ließ es langsam, sachte regnen. Die Tropfen fielen auf die Erde, berührten die Blätter, die Wiesen und die Felder. Fluffy fühlte sich gut dabei.
Sie wusste jetzt, dass der Regen ein Geschenk war, ein Geschenk, das die Erde erfrischte und mit Leben füllte. Als der Regen schließlich aufhörte und die Erde von einem sanften Nebel umhüllt war, sah Fluffy, wie alles aufblühte.
Die Blumen standen wieder aufrecht, die Bäume hatten glänzende Blätter, und die Tiere sprangen fröhlich in den frisch gefüllten Flüssen. „Es war gar nicht so schlimm“, dachte Fluffy zufrieden. „Es fühlt sich gut an, der Erde zu helfen.“
Nimbus flog sanft an Fluffy vorbei und sagte mit einem Lächeln: „Siehst du, Fluffy? Der Regen hat etwas Wunderbares bewirkt. Du hast die Erde ein kleines Stück lebendiger gemacht.“
Fluffy fühlte sich stolz und glücklich. Ab diesem Tag freute sie sich, wenn es wieder hieß, dass es bald regnen würde. Sie wusste, dass sie der Erde mit jedem Tropfen, der von ihr fiel, etwas Gutes tat. Und von diesem Tag an war Fluffy nicht mehr nur die kleine Wolke, die den Regen fürchtete, sondern die Wolke, die stolz darauf war, der Erde neues Leben zu bringen.




