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Als wir zusammen die aller höchste Rutsche eroberten - eine Gute-Nacht-Geschichte über Tapferkeit

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 6. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit
Papa rutscht mit seinen beiden Kindern die hohe Rutsche herunter

Es war ein goldener Samstagnachmittag, an dem die Sonne wie ein großer, warmer Pfannkuchen am Himmel hing und alles in ein sanftes Licht tauchte. Jonas und seine kleine Schwester Emma saßen im Garten und blickten ehrfürchtig über den Gartenzaun hinweg zum großen Abenteuerspielplatz im Park.


Dort ragte ein Ungetüm aus glänzendem Silber und buntem Metall in die Höhe, das alle anderen Spielgeräte wie winziges Spielzeug aussehen ließ. Es war die legendäre Superrutsche, von der alle Kinder in der Nachbarschaft mit großen Augen berichteten. Sie war so hoch, dass ihre Spitze fast die flauschigen Wolken berührte und man von dort oben angeblich bis zum Meer sehen konnte.


"Heute ist der Tag, an dem wir diese riesige Rutsche endlich gemeinsam erobern werden," sagte Papa mit einer Stimme, die vor Abenteuerlust nur so sprühte.


Jonas spürte ein kribbeliges Gefühl in seinem Bauch, das wie eine Mischung aus Vorfreude und ein klein wenig Herzklopfen war. Emma griff fest nach der Hand ihres großen Bruders und nickte entschlossen, während ihr kleiner Rucksack leise klapperte. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg, wobei jeder Schritt auf dem knisternden Kiesweg wie der Anfang einer großen Expedition klang.


Als sie schließlich am Fuße der gewaltigen Konstruktion standen, legten sie ihre Köpfe weit in den Nacken, um das Ende der Leiter überhaupt sehen zu können. Die Rutsche wand sich wie eine schlafende Schlange in vielen Kurven um einen hölzernen Turm herum.


"Das sieht ja noch viel höher aus als von unserem Fenster aus," flüsterte Jonas und drückte die Hand seines Vaters ein kleines bisschen fester.


Papa kniete sich vor die beiden Kinder und legte ihnen jeweils eine Hand auf die Schulter, um ihnen Mut zuzusprechen. "Wir gehen das ganz langsam an, Stufe für Stufe, wie echte Bergsteiger auf einer geheimen Mission," erklärte er mit einem verschmitzten Lächeln.


Emma machte den ersten Schritt auf die bunte Leiter und hielt sich an den kühlen Griffen fest, die perfekt in ihre kleinen Hände passten. Jonas folgte ihr dicht auf den Fersen, damit er sie stützen konnte, falls sie einmal unsicher werden sollte.


Mit jeder Stufe, die sie höher stiegen, veränderten sich die Geräusche um sie herum und das Lachen der anderen Kinder klang immer weiter entfernt. "Schaut mal nach unten, die Schaukeln sehen jetzt schon aus wie kleine Zahnstocher," rief Jonas begeistert aus, als sie das erste Podest erreichten.


Sie machten eine kurze Pause, um die Aussicht zu genießen und tief die frische Luft einzuatmen, die hier oben viel kühler und sauberer roch.


Endlich erreichten sie die oberste Plattform, die sicher mit einem hohen Geländer eingezäunt war und sich wie das Deck eines fliegenden Schiffes anfühlte. Der Wind zerzauste ihre Haare und sie konnten tatsächlich über alle Dächer der Stadt hinweg bis zum fernen, glitzernden Fluss sehen.


"Wir haben es geschafft, wir stehen auf dem Dach der Welt," jubelte Emma und hüpfte vor Freude auf und ab. Nun lag nur noch der Eingang der silbernen Röhre vor ihnen, der wie ein dunkles Tor in eine andere Welt wirkte. Papa setzte sich zuerst hin und nahm Emma ganz fest zwischen seine Beine, damit sie sich sicher fühlte.


"Komm Jonas, setz dich direkt hinter uns und halte dich an meinem Shirt fest," wies er seinen Sohn an.


Sie bildeten eine kleine, mutige Kette aus Abenteurern und warteten auf den perfekten Moment für den Start. "Seid ihr bereit für die schnellste Reise eures Lebens," fragte Papa und blickte über seine Schulter zurück zu Jonas.


Beide Kinder riefen gleichzeitig mit lauter Stimme, dass sie absolut bereit für das große Finale waren. Mit einem kräftigen Schwung stießen sie sich vom Rand ab und das Abenteuer begann mit einem sausenden Geräusch. Es fühlte sich an, als ob sie fliegen würden, während der Wind an ihren Ohren vorbeipfiff und die silbernen Wände an ihnen vorbeizogen.


In den Kurven legten sie sich gemeinsam zur Seite und lachten so laut, dass das Echo der Rutsche ihre Stimmen noch fröhlicher klingen ließ. Es war ein wunderbares Gefühl von Freiheit, während sie immer schneller und schneller der weichen Sandgrube am Boden entgegenrasten.


"Das ist ja noch viel besser als Fliegen mit einem echten Hubschrauber," schrie Jonas vor Begeisterung, während sie die letzte große Kurve meisterten. Plötzlich wurde es wieder hell um sie herum und mit einem sanften Plumps landeten sie alle drei sicher im weichen, warmen Sand.


Sie blieben einen Moment lang einfach so liegen, schauten zum blauen Himmel hinauf und spürten das glückliche Kribbeln in ihren Beinen. "Können wir das bitte sofort noch einmal machen," fragte Emma mit leuchtenden Augen und fing schon an, sich den Sand von der Hose zu klopfen.


Papa lachte herzlich und half den beiden Kindern auf die Beine, während er ihnen den Staub von den Schultern klopfte. "Wir sind heute die Helden des Spielplatzes, weil wir gemeinsam die höchste Rutsche besiegt haben," sagte er stolz und gab jedem von ihnen einen dicken Kuss auf die Stirn.


Als die Sonne langsam tiefer sank und den Himmel in ein zartes Rosa tauchte, machten sie sich erschöpft aber überglücklich auf den Heimweg. In dieser Nacht schliefen Jonas und Emma besonders fest ein, denn sie wussten, dass sie zusammen alles schaffen konnten. In ihren Träumen rutschten sie noch stundenlang über Regenbögen und glitzernde Wolkenberge bis zum Horizont.

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