Sternenmagierin Saphira - eine zauberhafte Gute-Nacht-Geschichte
- Michael Mücke

- 25. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Die Geschichte beginnt an einem warmen Abend in New York, als die Luft nach gebratenen Kastanien riecht und die untergehende Sonne die Fenster der hohen Gebäude orange färbt.
Die Straßenlaternen flackern sanft auf, während die Gehwege langsam ruhiger werden und die letzten Autos wie glitzernde Käfer über den Asphalt huschen. Die Kinder Mia, Jonas und Leila laufen gerade vom Central Park zurück, wo sie lange gespielt haben und nun angenehm müde, aber voller neuer Entdeckerlust sind.
Mia spürt plötzlich ein helles Flimmern über sich und bleibt stehen, weil ein ungewöhnlicher Lichtschimmer zwischen zwei Wolkenkratzern tanzt. Jonas kneift die Augen zusammen und sagt mit gespannter Stimme "Da oben bewegt sich etwas im Licht".
Leila hebt den Kopf und sieht, wie das Flimmern sich ausdehnt und ein zartes Leuchten auf den Boden fällt, als würde jemand feine Sternpartikel über die Straße streuen. Die Passanten scheinen es nicht zu bemerken, und genau das macht den Moment für die Kinder noch geheimnisvoller.
Das Licht sammelt sich langsam an einem Punkt und formt eine schwebende Gestalt, deren Kleid aus winzigen funkelnden Punkten besteht, die sich wie Wasserwellen bewegen und leise glitzern.
Die Kinder hören ein kaum wahrnehmbares Summen, das sich wie ein ferner Gesang anhört, und sie treten näher. Die Gestalt lächelt sanft und landet direkt vor ihnen, sodass ihre Füße nur knapp über dem Boden schweben.
Die Fremde spricht mit einer Stimme, die warm wie samtene Nachtluft klingt, und sagt "Ich bin Saphira und ich komme aus dem Nachthimmel". Die Kinder bestaunen ihr langes Haar, das sich wie ein dünner Schleier bewegt und jede kleine Bewegung mit einem sanften Glühen begleitet.
Sie erklärt ihnen, dass sie seit vielen Jahren über die Träume der Kinder wacht, besonders über jene Kinder, die in so lebhaften Städten leben und oft erst spät schlafen, weil die Lichter niemals ganz ausgehen.
Mia fragt neugierig mit offenem Blick "Kannst du uns zeigen, wie du durch die Sterne reist", und ihre Stimme klingt wie ein kleines Echo im nächtlichen Hof. Saphira nickt und hebt ihre Hände.
In diesem Moment beginnen die Sterne am Himmel zu pulsieren, als würden sie miteinander sprechen. Winzige Funken lösen sich aus den Sternbildern, schweben herab und sammeln sich um Saphiras Fingerspitzen, die nun leuchten wie kleine Laternen.
Jonas macht einen Schritt zurück vor lauter Staunen und ruft "Es sieht aus wie bewegtes Lichtwasser", während die funkelnden Partikel sich zu einer glitzernden Brücke formen, die sanft in den Himmel führt. Die Brücke wirkt wie aus leuchtendem Nebel gewebt und zieht sich zwischen die Wolken, die im Lichtschein schimmern, als wären sie aus silbernem Rauch.
Die Kinder dürfen gemeinsam ein paar Schritte auf die schimmernde Brücke setzen, und sie spüren sofort ein Gefühl von Leichtigkeit, als würde der Boden unter ihren Füßen weich und warm pulsieren. Leila schaut vorsichtig nach unten und ruft freudig
"Ich kann die Dächer aus neuer Perspektive sehen", denn die Stadt wirkt plötzlich kleiner und verträumter, während der Verkehr wie flüssiges Metall unter ihnen fließt.
Saphira zeigt ihnen, wie sich manche Sterne miteinander verbinden und neue Muster bilden, die nur in besonderen Nächten sichtbar werden.
Sie erklärt ihnen, dass jeder dieser Sterne winzige Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten bewahrt und dass die Sternbahnen deshalb so lebendig wirken. Die Kinder sehen Formen, die sich im Licht bewegen, wie tanzende Figuren, die Geschichten erzählen, ohne Worte zu benutzen.
Nach einer Weile führt Saphira die Kinder langsam zurück auf den Boden des kleinen Platzes, auf dem die Geräusche der Stadt wieder deutlicher werden. Der vertraute Geruch nach warmem Asphalt mischt sich mit dem Duft eines nahen Straßenstandes, und dennoch empfinden die Kinder den Ort anders als zuvor.
Saphira betrachtet sie mit einem warmen Blick und sagt "Ich habe für euch besondere Träume vorbereitet, die eure Fantasie wie neue Sterne aufleuchten lassen sollen".
Mia schaut Saphira fragend an und sagt "Wirst du uns wieder besuchen", worauf Saphira mit einem weichen Lächeln antwortet "Wenn ihr in den Himmel schaut, könnt ihr mich immer erkennen".
Die funkelnden Lichter beginnen langsam zu verblassen, und Saphira steigt wieder in die Höhe. Ihr Kleid wird heller, je weiter sie aufsteigt, bis sie schließlich im Sternenglanz verschwindet und ein letzter Funken wie ein Gruß herabfällt.
Die Kinder stehen noch einen Moment still und fühlen, wie ein sanftes Flüstern die Nacht erfüllt, als würde die Stadt ihnen Geheimnisse zuflüstern. Sie gehen dann langsam nach Hause durch Straßen, die nun viel freundlicher wirken, weil sie wissen, dass über ihnen ein Stück Magie wacht. In ihren Zimmern kuscheln sie sich in ihre warmen Betten und erinnern sich an die glitzernde Brücke, die sie getragen hat.
Kurz bevor ihre Augen zufallen, hören sie ein leises Echo in der Dunkelheit, das wie eine vertraute Melodie klingt, und sie lauschen, bis die Stimme klar erscheint und sagt "Schlummert ruhig, denn die Sterne wachen über euch".




