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Milky, das Honigkuchenpferd aus Schlaraffenland - eine Geschichte mit viel Fantasie

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • 17. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Milky galoppiert durch das Schlaraffenland

Milky, das Honigkuchenpferd aus Schlaraffenland, war an jenem Abend voller kribbeliger Unruhe, weil die warme Luft nach frisch gebackenem Lebkuchenteig roch und die goldenen Karamellschwaden über den Hügeln glitten wie süßer Nebel.


Die Häuser seines Dorfes waren aus knusprigem Mandelteig gebaut und hatten Dächer aus weicher Zuckerwatte, die im Abendlicht wie flauschige Hügel wirkten, während die Straßen aus karamellisiertem Keksbrockenpflaster bestanden, das bei jedem Schritt ein sattes Knacken von sich gab. Milky liebte diese Geräusche, weil sie ihm immer das Gefühl gaben, durch eine Welt zu streifen, die eigentlich viel zu lecker war, um wahr zu sein.


Er trabte durch die warm duftenden Gassen, weil er den Kopf frei bekommen wollte, nachdem ihm seine Nachbarin, Frau Pralinenschuppe, erzählt hatte, in der Ferne sei ein neues Gebiet entdeckt worden, das selbst für Schlaraffenland ungewöhnlich verrückt klingen sollte.


Angeblich befand sich dort ein Berg aus knisternder Zuckerkohle, und oben auf der Spitze sollte ein riesiger Sirupglobus schweben, der so hell leuchtete, dass manche behaupteten, er könne die Nacht in ein perlendes Gelb tauchen.


Milky wusste, dass solche Gerüchte meistens übertrieben waren, aber er spürte ein deutliches Prickeln in seinen Hufen, weil sein Bauch nach Abenteuer kribbelte wie ein Glas prickelnde Limonade.


Er trabte weiter, bis er an einem seltsam schiefen Teigtor ankam, das zischende Geräusche machte, als würde im Inneren jemand mit Blubberbrause experimentieren.


Milky stieß das Tor vorsichtig mit der Schnauze auf und rief: "Hallo, ist jemand hier, der solche seltsamen Geräusche verursacht?" Der Duft von Karamellbrause wehte heraus, und im nächsten Moment rollte ein kugelrunder Knuspergnom auf einem Bonbonrad hinaus und prallte beinahe gegen Milkys Vorderbeine.


Der Gnom schnaubte vergnügt und rief: "Du kommst genau richtig, weil ich dringend jemanden brauche, der sich traut, den Sirupglobus zu finden!"


Der Gnom stellte sich als Krick vor, ein energisches Kerlchen mit einer Mütze aus Nougatstreifen, die ständig verrutschte. Er erklärte, dass der Sirupglobus seit Tagen unruhig pulsiere und merkwürdig wandere, weshalb die Bewohner des Süßgebiets befürchteten, er könne irgendwann in die Karamellseen fallen und dort eine gewaltige Zuckerflut auslösen.


Milky konnte sich das kaum vorstellen, aber Kricks Worte klangen so ernsthaft klebrig, dass er beschloss, sich dieses Phänomen genauer anzusehen.


Krick überreichte ihm eine knisternde Karte aus karamellisiertem Pergament, auf der sich kleine Schokoladentropfen bewegten wie tanzende Wegmarkierungen, als würden sie Milky den Weg zeigen wollen.


Gemeinsam machten sie sich auf den Weg durch das Knistergrasfeld, in dem jede Halme beim Berühren ein leises Prickeln erzeugte, das sich wie winzige Funken auf Milkys Hufen anfühlte.


Krick wackelte neben Milky her und erklärte: "Der Sirupglobus schwebt nicht einfach zufällig herum, weil er eine Art inneren Takt besitzt, den niemand hier versteht." 


Während sie weitergingen, wurde das Gras immer höher und begann zu glitzern, weil kleine Zuckerfunken darin verborgen waren, die bei jedem Schritt aufstoben wie Miniaturfeuerwerke.


Nach einer Weile erreichten sie die Keksbruchklippen, die ihren Namen zu Recht trugen, weil ständig kleine Stücke vom Rand abbrachen und in die Tiefe rieselten.


Milky musste große Schritte machen, damit seine Hufe nicht in die brüchigen Stellen gerieten, während Krick hüpfend vorauslief und rief: "Keine Sorge, ich kenne den sichersten Weg, obwohl er ziemlich krümelig ist!" 


Die Luft um sie herum roch nach gebrannten Mandeln, und Milky fühlte ein leichtes Ziehen im Magen, weil das Gebiet gleichzeitig ein wenig unheimlich und unwiderstehlich lecker war.


Sobald sie die Klippen überquert hatten, gelangten sie in das Gebiet der Zuckerblasen, das einer schillernden Landschaft glich, in der riesige schimmernde Blasen langsam aus dem Boden stiegen und in der Luft schwebten.


Jede Blase machte ein dumpfes Geräusch, wenn sie zerplatzte, und manchmal regnete es winzige Siruptropfen, die warm wie Sonnenlicht auf Milkys Mähne prasselten. Krick deutete nach vorne und rief: "Dort vorne sehen wir ihn bestimmt, weil der Globus meistens über den größten Blasen schwebt!"


Milky hob den Kopf und sah tatsächlich ein pulsierendes Leuchten weit in der Ferne, das aussah wie eine schimmernde Kugel aus fließendem Bernstein. Das Licht bewegte sich in ruhigen, fast träumerischen Wellen, und je näher sie kamen, desto stärker spürte Milky eine Art vibrierende Wärme, die den Sirupglobus umgab.


Krick blieb stehen, wackelte nervös und sagte: "Wir müssen ihn beruhigen, bevor er weiterwandert, weil er sonst die ganze Gegend verändern könnte."

Milky trat vorsichtig an den Globus heran, der größer war als jedes Fass voll Vanillecreme, das er je gesehen hatte.


Die Oberfläche des Globus pulsierte wie ein ruhiger Atem, und Milky glaubte fast, ein leises Summen zu hören, das tief aus der sirupartigen Masse zu kommen schien. Er wusste nicht genau, was zu tun war, also fragte er: "Wie kann ich ihm helfen, wenn er so unruhig ist?" 


Krick kratzte sich an seiner Nougatmütze und antwortete: "Du musst ihm einen Klang schenken, der ihm zeigt, dass alles hier sicher ist, weil der Globus auf Geräusche reagiert."


Milky schloss die Augen, holte tief Luft und stieß ein langes, melodisches Wiehern aus, das warm und weich durch das gesamte Sirupgebiet hallte.


Der Globus reagierte sofort, wurde ruhiger und begann langsamer zu pulsieren, während das Bernsteinlicht gleichmäßiger leuchtete. Krick hüpfte begeistert herum und rief: "Es funktioniert besser, als ich gehofft habe!" und fing dabei beinahe eine Zuckerblase mit dem Kopf.


Plötzlich öffnete sich an der Unterseite des Globus ein kleiner Schlitz, aus dem langsam ein Strahl goldenen Sirups sickerte, der sich wie ein ruhiger, süßer Faden zu Boden senkte.


Der Strahl formte einen kleinen Sirupsee, der so klar leuchtete, dass Milky sich darin spiegeln konnte, und der Anblick wirkte so friedlich, dass er einen Moment lang vollkommen stillstand. Krick erklärte: "Das ist ein Zeichen, dass der Globus vollkommen entspannt ist, weil er nur dann Sirup freigibt, wenn er zufrieden ist."


Milky betrachtete die schimmernde Fläche des Sees und fühlte, wie die warme Luft langsam seinen Körper umhüllte, während die Nacht über ihnen tiefer wurde. Die Zuckerblasen stiegen weiter um sie herum auf und zerplatzten in der Dunkelheit, doch nun klangen die Geräusche ruhiger, fast wie ein zufriedenes Knistern.


Krick atmete erleichtert aus und rief: "Du hast Schlaraffenland vor einer klebrigen Überschwemmung bewahrt!" Milky schmunzelte und legte seine Hufe in den warmen Boden, der sich nun viel ruhiger anfühlte.


Während sie den Rückweg antraten, erzählte Krick pausenlos von all den anderen merkwürdigen Orten, die Milky unbedingt einmal besuchen müsse, wie etwa das Gebiet der pfefferminzenden Geysire oder die schwingenden Quarktürme, die angeblich klingen sollen, als würden sie tanzen.


Milky lauschte zufrieden, weil ihm Kricks wilder Redestil genauso gefiel wie das gedämpfte Knistern der Nacht. Krick verabschiedete sich schließlich mit den Worten: "Ich hole dich wieder ab, sobald das nächste verrückte Gebiet auftaucht!" und rollte auf seinem Bonbonrad davon.


Milky trabte langsam durch die süß duftende Dunkelheit zurück, während sich die Wärme des Abenteuers wie eine weiche Decke über seine Gedanken legte.


Als er schließlich seine honigweiche Schlafmulde erreichte, legte er sich hinein, schloss die Augen und ließ die Ereignisse des Tages nachklingen, bis er von der süßen Stille der Nacht in einen tiefen und köstlichen Schlaf getragen wurde.


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