Dino Peppino und die Flugshow - eine Dinosaurier Gute-Nacht-Geschichte
- Michael Mücke

- vor 2 Stunden
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Es war einmal ein kleiner, hellgrüner Dinosaurier namens Peppino, der lebte in einem wunderschönen, warmen Tal voller riesiger Farne und glitzernder Seen. Peppino war ein sehr fröhlicher Dino mit großen, neugierigen Augen und Punkten auf dem Rücken, die im Sonnenlicht ein wenig glänzten.
Am allerliebsten beobachtete er die Vögel und die Libellen, die geschwind durch die Luft sausten und dabei wilde Pirouetten drehten. Peppino wünschte sich oft, er könnte auch so elegant durch den blauen Himmel fliegen, obwohl seine kurzen Arme und Beine dafür eigentlich überhaupt nicht gemacht waren.
Eines schönen Morgens, als die Sonne gerade die Bergspitzen küsste, entdeckte Peppino ein großes, buntes Plakat an einem dicken Mammutbaum. Auf dem Plakat stand in großen, bunten Buchstaben geschrieben, dass heute die große, jährliche Flugshow im Tal der Dinosaurier stattfinden würde.
Alle fliegenden Urzeittiere waren eingeladen, ihre tollsten Kunststücke am Himmel zu zeigen und das Publikum mit ihren Flugkünsten zu verzaubern. Peppino hüpfte aufgeregt von einem Bein auf das andere und beschloss sofort, dass er sich dieses spektakuläre Ereignis auf keinen Fall entgehen lassen durfte. Er lief mit schnellen Schritten los zur großen Festwiese, wo sich schon viele andere Dinosaurier versammelt hatten.
Als Peppino auf der Wiese ankam, herrschte dort bereits ein riesiges, buntes Treiben und überall hörte man fröhliches Schnattern. Die Flugsaurier putzten ihre langen Flügel, machten Dehnübungen und probierten schon ein paar kleine Sprünge in die Luft aus. Mittendrin stand der stolze Flugsaurier Kiki, der für seine waghalsigen Sturzflüge und seine riesige Flügelspannweite im ganzen Tal bekannt war.
Kiki sah den kleinen Peppino am Rand stehen und landete mit einem eleganten Schwung direkt vor seinen Füßen. "Hallo kleiner Peppino, bist du auch hier, um mir bei meinen fantastischen Kunststücken zuzusehen?", rief Kiki mit einer lauten, stolzen Stimme und plusterte seine Federn am Kopf ein wenig auf.
Peppino nickte eifrig und schaute mit bewundernden Augen zu dem großen Flugsaurier hinauf. "Ja, ich würde so gerne einmal das Tal von ganz oben sehen und den Wind im Gesicht spüren, genau so wie du es jeden Tag tust", antwortete Peppino leise und ein wenig sehnsüchtig.
Kiki lächelte freundlich, klopfte Peppino sanft mit der Flügelspitze auf die Schulter und sagte: "Wer weiß, kleiner Freund, vielleicht geht dein großer Traum ja heute noch in Erfüllung."
Kurze Zeit später begann die aufregende Show und ein lautes Raunen ging durch die Menge der Zuschauer am Boden. Die Flugsaurier erhoben sich nacheinander in die Lüfte, drehten elegante Kreise und bildeten wunderschöne Muster am wolkenlosen Himmel.
Kiki zeigte seinen berühmten Looping, bei dem er sich einmal komplett um die eigene Achse drehte und danach pfeilschnell nach unten sauste, kurz vor dem Boden abbremste und wieder nach oben schoss. Alle Zuschauer klatschten begeistert mit ihren Pfoten und Peppino staunte so sehr, dass sein Mund sperrangelweit offen stand. Das war das Schönste, was der kleine Dinosaurier jemals in seinem ganzen Leben gesehen hatte.
Plötzlich zog jedoch ein kräftiger, unerwarteter Windstoß durch das weite Tal und wirbelte die bunten Blätter der Bäume wild umher. Kiki, der gerade in der Luft ein besonders schwieriges Kunststück versuchte, wurde von einer starken Böe erfasst und verlor für einen kurzen Moment das Gleichgewicht.
Er flatterte wild mit den Flügeln, geriet ins Trudeln und rutschte unglücklich in die dichten Zweige einer sehr alten, kugelrunden Trauerweide am Rand der Wiese. Seine Flügel verhedderten sich in den langen, biegsamen Ästen des Baumes und er konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
"Hilfe, ich stecke fest und kann mich überhaupt nicht mehr bewegen", rief Kiki besorgt von oben herab zu den anderen Dinosauriern. Die Zuschauer am Boden sahen sich erschrocken an, aber niemand wusste so recht, was man in dieser Situation tun konnte. Die meisten Dinosaurier waren einfach viel zu schwer, um auf die dünnen Äste der Trauerweide zu klettern, ohne dass diese brachen. Peppino überlegte nicht lange, denn er war zwar ein Bodendinosaurier, aber er war flink, wendig und hatte ein sehr großes Herz für seine Freunde.
"Ich helfe dir Kiki, halte einfach ganz still und bewege dich am besten nicht", rief Peppino mutig und lief entschlossen zu dem großen Stamm des Baumes.
Peppino suchte sich geschickt die dicksten Äste aus, hielt sich mit seinen kleinen Krallen gut fest und kletterte langsam Stück für Stück nach oben.
Er konzentrierte sich ganz genau auf jeden einzelnen Schritt, damit er nicht den Halt verlor oder abrutschte. Schließlich erreichte er den Ast, auf dem Kiki feststeckte, und begann vorsichtig, die langen Weidenzweige nacheinander von Kikis großen Flügeln zu lösen. Er knotete die Blätter auf, bog die störenden Äste sanft zur Seite und beruhigte seinen großen Freund mit leisen Worten.
"Du hast es fast geschafft, es fehlt nur noch ein einziger kleiner Zweig an deiner linken Flügelspitze", flüsterte Peppino aufmunternd und zog den letzten Ast beiseite.
Mit einem befreiten Seufzer streckte Kiki seine Flügel aus, schüttelte den Staub ab und stellte fest, dass ihm zum Glück überhaupt nichts passiert war. Kiki schaute den kleinen Dinosaurier dankbar an und in seinen Augen blitzte eine wunderbare Idee auf.
"Du hast mich gerettet Peppino und dafür möchte ich dir jetzt deinen allergrößten Herzenswunsch erfüllen", sagte Kiki mit einem breiten, glücklichen Lächeln.
Bevor Peppino überhaupt antworten konnte, packte Kiki ihn ganz vorsichtig an den Schultern und hob gemeinsam mit ihm vom Ast der Trauerweide ab. Peppino hielt im ersten Moment vor Schreck den Atem an, aber dann spürte er den sanften, kühlen Wind auf seinen Wangen.
Kiki flog nicht zu schnell und nicht zu hoch, sondern glitt majestätisch in weiten Runden über die große Festwiese hinweg. Peppino schaute nach unten und sah die winzigen Mammutbäume, die glitzernden Seen und die vielen Dinosaurier, die ihnen von unten begeistert zuwölkten.
"Ich fliege, ich fliege tatsächlich wie ein echter Flugsaurier", juchzte Peppino voller Freude und breitete seine kurzen Arme ganz weit aus.
Die anderen Dinosaurier auf der Wiese applaudierten lauter als je zuvor, denn das war der schönste und rührendste Moment der gesamten Flugshow. Kiki und Peppino drehten noch eine letzte, besonders elegante Ehrenrunde am weichen Abendhimmel, bevor sie wieder sanft auf dem weichen Gras der Wiese landeten. Peppinos Beine zitterten ein ganz kleines bisschen vor lauter Aufregung, aber sein Herz war barfuß vor Glück.
"Das war das absolut schönste Abenteuer meines Lebens, danke für dieses unvergessliche Geschenk", sagte Peppino und drückte seinen großen Freund Kiki ganz fest.
"Wir haben zu danken Peppino, denn ohne deinen Mut wäre die Show heute vorbei gewesen", antworteten die anderen Dinosaurier im Chor und klatschten noch einmal für den kleinen Helden.
Als die Sonne schließlich ganz hinter den großen Bergen versank und der Himmel sich dunkelblau färbte, ging ein wunderschöner Tag zu Ende. Die Sterne fingen an zu funkeln wie kleine Diamanten und Peppino machte sich auf den Heimweg zu seinem gemütlichen Nest aus weichem Moos.
Er kuschelte sich tief in seine Decke, schloss die müden Augen und dachte mit einem glücklichen Lächeln an seinen Flug zurück. In dieser Nacht träumte der kleine Dino Peppino noch ganz lange von weiten Himmelsreisen, sanften Winden und von der besten Flugshow, die das Tal der Dinosaurier jemals gesehen hatte.




