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Manny, das kleine Mammut - eine eisige Gute-Nacht-Geschichte

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
Manny und der kleine Hase sitzen zusammen in der Eishöhle

In einer Zeit, in der die Welt noch von riesigen Gletschern und glitzernden Schneefeldern bedeckt war, lebte Manny das kleine Mammut in einem weiten Tal. Sein Fell war besonders dicht und braun, während seine Ohren bei jedem Schritt lustig hin und her wackelten.


Manny liebte es, morgens die kalte Luft tief einzuatmen, die nach frischem Eis und Abenteuer duftete. Eines Tages kitzelten die ersten Sonnenstrahlen seine Rüsselspitze und er wusste, dass heute ein ganz besonderer Tag für eine Entdeckungsreise war.


Er stampfte mit seinen kräftigen Beinen durch den pulvrigen Schnee, der unter seinen Füßen leise knirschte. Schon bald traf er seine beste Freundin Trixie, eine schneeweiße Häsin mit bernsteinfarbenen Augen, die gerade kunstvolle Haken in den Schnee schlug.


"Manny, hast du schon den silbernen Nebel hinter den flüsternden Tannen gesehen", rief Trixie aufgeregt und wackelte wild mit ihrer Nase. Manny schüttelte den Kopf, sodass eine kleine Schneewolke von seinem Rücken aufstieg.


"Nein, aber das klingt nach einem perfekten Ziel für unsere Wanderung", antwortete das kleine Mammut mit tiefer und sanfter Stimme. Auf ihrem Weg begegneten sie Björn, dem großen Höhlenbären, der gerade versuchte, einen besonders hartnäckigen Zapfen von einer Tanne zu stupsen.


"Guten Morgen, ihr Abenteurer, nehmt ihr einen gemütlichen Bären wie mich auf eure Reise mit", brummte Björn und rieb sich den Bauch. Gemeinsam stapften die drei Freunde tiefer in den Wald, wo die Bäume so hoch waren, dass sie fast den blauen Himmel berührten.


Die Äste der Tannen bogen sich schwer unter der Last des weißen Schnees und sahen aus wie riesige, zuckrige Riesenbesen. Plötzlich hörten sie ein seltsames Geräusch, das wie ein feines Klingen von tausend kleinen Glöckchen klang.


"Das muss von der verborgenen Eisgrotte kommen, von der meine Oma immer erzählt hat", flüsterte Trixie und ihre Ohren stellten sich kerzengerade auf. Sie folgten dem Geräusch über eine glitzernde Brücke, die ganz aus gefrorenem Quellwasser bestand und unter ihren Füßen leuchtete.


Manny ging ganz vorsichtig, damit er mit seinem Gewicht die zerbrechliche Pracht nicht beschädigte. Hinter einer Biegung entdeckten sie schließlich den Eingang zu einer Höhle, die komplett aus blauem Eis gebaut war. Im Inneren hingen hunderte Eiszapfen von der Decke, die das Licht der Sonne in allen Farben des Regenbogens brachen.


Es sah aus, als hätten tausend Sterne in der Höhle ihr Quartier aufgeschlagen. "Das ist der schönste Ort, den ich jemals in meinem ganzen Mammutleben gesehen habe", rief Manny voller Begeisterung und schwenkte seinen Rüssel im Kreis. Björn entdeckte in einer Ecke der Grotte eine Ansammlung von gefrorenen Honigbeeren, die dort wie kleine Edelsteine im Eis steckten.


"Schaut mal, die Natur hat uns sogar ein kleines Festmahl vorbereitet", freute sich der Bär und teilte die süßen Leckereien gerecht unter seinen Freunden auf. Sie saßen lange in der glitzernden Höhle, erzählten sich lustige Geschichten und lachten, bis ihre Bäuche vor Vergnügen zitterten. Trixie zeigte ihnen, wie man auf den glatten Eisflächen wunderbare Pirouetten drehen konnte, ohne dabei umzufallen.


Manny versuchte es ihr nachzumachen, doch er war etwas zu tollpatschig und landete sanft auf seinem weichen Hinterteil. "Das war wohl eher ein Mammut Plumps anstatt eines Tanzes", scherzte Manny und die Freunde stimmten in ein herzliches Gelächter ein.


Als das Licht in der Grotte langsam dunkler wurde, wussten sie, dass es Zeit für den Heimweg war. Der Rückweg durch den verschneiten Wald fühlte sich nun viel kürzer an, weil sie so viel zu besprechen hatten. Die Sterne begannen bereits am dunklen Firmament zu funkeln, als Manny wieder seine heimische Höhle erreichte.


Er verabschiedete sich von Trixie und Björn mit einem kräftigen Rüsseldrücken. "Morgen suchen wir uns ein neues Geheimnis in unserer weißen Welt", versprach er seinen Freunden zum Abschied. Manny kuschelte sich tief in sein Nest aus trockenem Gras und weichem Moos, das seine Mutter für ihn vorbereitet hatte.


Die wohlige Wärme seines eigenen Fells hüllte ihn ein wie eine dicke Decke. Er dachte an die bunte Eisgrotte und das süße Aroma der gefrorenen Beeren auf seiner Zunge. "Schlaf gut, kleiner Abenteurer, du hast heute viel erlebt", schien der Mond leise durch den Eingang der Höhle zu flüstern. Das kleine Mammut schloss zufrieden seine schweren Augen und begann sofort von glitzernden Eisbergen zu träumen.


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