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Die Mondfee und das verlorene Lächeln - eine zauberhafte Gute-Nacht-Geschichte

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 56 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit
Luna, die Mondfee sitzt auf dem Mond mit ihrem Zauberstab in der Hand

In einer sternenklaren Nacht, in der die Wolken wie weiche Wattebäusche am dunklen Himmel hingen, saß die kleine Mondfee Luna auf einer silbernen Sichel. Luna hatte langes, glitzerndes Haar, das wie flüssiges Sternenlicht leuchtete, und ihre Flügel schimmerten in allen Farben des Regenbogens.


Normalerweise war Luna die fröhlichste Fee im ganzen Himmelsreich, doch heute wirkte sie seltsam blass und traurig. Sie tastete mit ihren zarten Händen nach ihrem Gesicht und erschrak zutiefst, als sie bemerkte, dass ihr wunderschönes Lächeln einfach verschwunden war.


Ohne ihr Lächeln konnte sie die Sterne nicht zum Funkeln bringen und die Träume der Kinder blieben dunkel und schwer. "Ich muss mein Lächeln unbedingt wiederfinden, sonst bleibt die ganze Welt heute Nacht ohne Licht", flüsterte sie leise zu sich selbst. Sie nahm ihren kleinen Zauberstab, der an der Spitze wie ein kleiner Komet glühte, und schwang sich behutsam hinunter zur Erde.


Ihr Weg führte sie zuerst in den tiefen, flüsternden Wald, wo die Eulen mit ihren großen Augen über die Bäume wachten. Die Blätter der alten Eichen raschelten im Wind und erzählten sich Geschichten von längst vergangenen Zeiten. Dort traf sie auf den alten Dachs Barnabas, der gerade dabei war, seine gemütliche Höhle mit weichem Moos und trockenen Farnen auszupolstern.


"Guten Abend, kleiner Sternenbesucher, warum schaust du denn so betrübt aus deiner Wäsche", fragte Barnabas mit seiner tiefen und brummigen Stimme. Luna erklärte ihm mit zittriger Stimme, dass sie ihr Lächeln verloren hatte und nicht wisse, wo sie danach suchen sollte. Sie fühlte sich klein und nutzlos, weil sie dachte, dass eine Fee ohne Lächeln keine echte Fee sein könne.


Der weise Dachs hielt kurz inne und kratzte sich nachdenklich an seinem grauen Ohr. "Ein Lächeln findet man oft dort, wo man etwas Mutiges für andere tut und seine eigenen Sorgen vergisst", sagte er und reichte ihr eine kleine Laterne aus getrockneten Blättern.


Luna bedankte sich höflich und flatterte weiter über eine bunte Wiese, auf der die Blumen im Mondschein schlummerten. Der Duft von wildem Thymian und Lavendel stieg in ihre Nase und beruhigte ihre aufgeregten Sinne ein wenig. Plötzlich hörte sie ein leises Schluchzen, das aus einem dichten Gebüsch am Rande eines glitzernden Baches kam.


Dort saß ein winziger Igel, der sich in einem besonders dornigen Zweig verfangen hatte und sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Luna spürte, wie ihr Herz klopfte, denn sie war eigentlich ein wenig schüchtern und hatte große Angst vor spitzen Dornen. Doch sie erinnerte sich an die Worte des Dachses und nahm all ihren Mut zusammen, um dem kleinen Tier zu helfen.


Mit sanften Bewegungen und viel Geduld bog sie die Zweige zur Seite und befreite den Igel aus seiner misslichen Lage. "Vielen Dank, du bist die tapferste Fee, die ich jemals in diesem Wald getroffen habe", rief der kleine Igel voller Freude und wirbelte im Kreis herum. In diesem Moment spürte Luna ein warmes Kribbeln in ihren Wangen, aber ihr Lächeln war immer noch nicht ganz zurückgekehrt.


Sie verstand, dass sie noch mehr über sich selbst lernen musste, um ihre innere Kraft und ihre Freude wiederzufinden. Ihr Weg führte sie weiter zu einem hohen, steinigen Berg, dessen Gipfel fast bis an die vorbeiziehenden Wolken heranreichte. Dort oben wohnte der wilde Windgeist Wirbelwind, der den ganzen Tag damit beschäftigt war, die Blätter tanzen zu lassen und die Wolken zu jagen.


"Warum zweifelst du so sehr an dir selbst, kleine Fee, wenn du doch so viel Gutes tust", fragte der Windgeist, während er spielerisch um ihre schimmernden Flügel sauste. Luna senkte den Kopf und antwortete, dass sie oft dachte, sie sei nicht gut genug für ihre wichtigen Aufgaben am hohen Himmel.


"Du musst nicht perfekt sein, um die Welt zu erhellen, denn dein wahres Licht kommt tief aus deinem Inneren", erklärte der Windgeist mit einem sanften Pusten. Er forderte Luna auf, ein Lied für die fernen Sterne zu singen, so wie sie es früher in glücklichen Zeiten immer getan hatte.


Zuerst war ihre Stimme ganz leise und unsicher, doch mit jedem Ton wurde sie kräftiger, klarer und schöner. Sie sang von der Kraft der Freundschaft, vom großen Mut der Kleinen und von der wunderbaren Schönheit der dunklen Nacht. Während sie sang, begannen die Sterne über ihr heller zu leuchten als jemals zuvor in diesem ganzen Jahr.


Luna merkte plötzlich, dass sie keine Angst mehr vor dem Versagen hatte, weil sie aufrichtig stolz auf sich selbst war. Ein strahlendes Licht breitete sich in ihrem ganzen Gesicht aus und ihre Mundwinkel hoben sich ganz von alleine nach oben. "Ich habe es tatsächlich geschafft, mein Lächeln ist endlich wieder an seinem richtigen Platz", jubelte sie und drehte eine elegante Pirouette in der kühlen Nachtluft.


Sie erkannte, dass ihr Lächeln niemals wirklich weg war, sondern nur hinter ihren eigenen Zweifeln und Sorgen versteckt gelegen hatte. Mit neuem Selbstvertrauen flog sie zurück zu ihrem angestammten Platz auf dem silbernen Mond und schaute hinunter auf die schlafenden Menschen. Sie schickte jedem einzelnen Kind einen kleinen, funkelnden Glitzerstern, der ihnen süße Träume und eine große Portion Mut für den nächsten Tag schenkte.


Die Welt war nun wieder in ein sanftes, beruhigendes Licht getaucht und Luna fühlte sich so glücklich und stark wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Sie wusste jetzt ganz genau, dass sie alle Hindernisse überwinden konnte, wenn sie nur fest an ihre eigenen besonderen Fähigkeiten glaubte. Müde und vollkommen zufrieden kuschelte sie sich in ihr weiches Bettchen aus goldenem Sternenstaub und schloss glücklich ihre glänzenden Augen.


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