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Der erste Auftrag des kleinen Ninja Mimica - eine fesselnde Gute-Nacht-Geschichte

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Mimica der kleine Ninja ist vor seiner ersten Prüfung als Ninja

Es war ein herrlich stiller Abend im Dorf der verborgenen Schatten, als der kleine Ninja Mimica seine Ausrüstung mit größter Sorgfalt überprüfte. Die warme Luft des Sommers strömte durch das offene Fenster und trug den süßen Duft von blühenden Kirschbäumen direkt in sein kleines Zimmer.


Heute war endlich der bedeutende Tag gekommen, an dem er seine allererste Mission ganz alleine bestreiten durfte. Er rückte sein blaues Stirnband vor dem Spiegel zurecht und fühlte sich dabei sehr erwachsen und bereit für die weite Welt. Sein Herz klopfte wie eine kleine Trommel gegen seine Brust, während er den langen, dunklen Flur zum Arbeitszimmer des weisen Großmeisters entlangschritt. Jede Holzdiele unter seinen Füßen schien eine Geschichte aus vergangenen Zeiten zu flüstern, als noch viele Helden hier wandelten.


"Tritt ein, mutiger Mimica, denn die Sterne stehen heute Nacht besonders günstig für dein wichtiges Vorhaben", erklang die tiefe Stimme des alten Lehrers hinter der schweren Eichentür. Mimica verbeugte sich tief und betrat den quadratischen Raum, der nur von wenigen, flackernden Kerzen hell erleuchtet wurde.


Auf dem massiven Tisch aus dunklem Holz lag eine glitzernde Schriftrolle, die mit einem purpurroten Band aus echter Seide fest verschlossen war. "Diese geheime Botschaft muss noch vor dem Schlagen der Mitternacht zum Wächter des fernen, alten Glockenturms gebracht werden", erklärte der Meister mit einem ruhigen und besonnenen Ton.


Mimica nahm die Rolle mit beiden Händen entgegen und spürte das glatte, kühle Pergament unter seinen flinken Fingern. Er wusste ganz genau, dass dieser Auftrag viel Geschick und vor allem eine große Ausdauer von ihm verlangte. Der Meister legte ihm eine Hand auf die Schulter und blickte ihm tief in die entschlossenen Augen. "Vertraue auf deine Sinne und auf das, was du in all den harten Jahren bei mir gelernt hast", gab er dem Jungen als letzten Rat mit auf den beschwerlichen Weg.


Der geheime Pfad zum Glockenturm führte zuerst durch den verwunschenen Garten der tanzenden Steine, wo die Felsen im silbernen Mondlicht seltsame Formen annahmen. Mimica bewegte sich so geräuschlos wie ein fallendes Blatt über den hellen Kiesweg, um die schlafenden Bewohner des Dorfes nicht aufzuwecken.


Plötzlich hörte er das leise, rhythmische Plätschern eines versteckten Springbrunnens, dessen klares Wasser wie flüssiges Silber hoch in die Nachtluft schoss. Er hielt kurz inne und orientierte sich an dem hellen Polarstern, der ihm wie ein treuer Wegweiser die Richtung nach Norden wies. "Ich werde den richtigen Pfad finden, auch wenn die Nacht noch so dunkel und geheimnisvoll erscheint", flüsterte er entschlossen in die kühle Nachtluft hinein.


Er sprang mit einem kraftvollen Satz über einen schmalen, plätschernden Bachlauf und landete völlig geräuschlos auf der moosigen anderen Seite. Die hohen Bambusstangen am Ufer bogen sich sanft im Wind und erzeugten ein hölzernes Klappern, das fast wie ein geheimes Signal klang.


Nach einer langen Weile erreichte Mimica die alte, hölzerne Brücke, die über die tiefe Schlucht des singenden Windes führte. Der Wind pfiff dort besonders laut zwischen den Felsspalten und ließ die dicken Seile der Brücke ein wenig hin und her schwanken. Mimica atmete tief ein und konzentrierte sich vollkommen auf sein inneres Gleichgewicht und seine ruhigen Bewegungen.


Er setzte einen Fuß ganz vorsichtig vor den anderen, während er das ferne Rauschen eines Wasserfalls tief unter sich in der Dunkelheit hörte. Er dachte fest an die wichtigen Worte seines Lehrers über die Kraft der inneren Ruhe und der mentalen Gelassenheit. "Mein Ziel ist nun schon sehr nah und ich lasse mich von keinem Hindernis der Welt aufhalten", sagte er sich selbst mit fester Stimme zur notwendigen Aufmunterung.


Die alten Dielen der Brücke knarrten leise unter seinen leichten Schritten, aber er erreichte das sichere andere Ende völlig ohne jegliche Probleme. Er klopfte sich den Staub von seinem schwarzen Anzug und blickte hinauf zum Gipfel des Hügels, wo das Ziel seiner Reise lag.


Schließlich ragte der massive, hohe Glockenturm vor ihm auf, dessen steinerne Spitze fast die vorbeiziehenden, weißen Wolken zu berühren schien. Mimica stieg die vielen, ausgetretenen Stufen der engen Wendeltreppe hinauf, bis er ganz oben in der kleinen, runden Kammer ankam.


Dort wartete der alte Wächter bereits am offenen Fenster und blickte erwartungsvoll auf den kleinen, tapferen Ninja herab. Mimica überreichte die wichtige, glitzernde Schriftrolle mit einer feierlichen Geste und verbeugte sich erneut sehr höflich vor dem Mann. "Du hast die Nachricht genau rechtzeitig gebracht und damit heute eine wirklich große Tat für unser Dorf vollbracht", sprach der Wächter voller Anerkennung und sichtbarer Dankbarkeit.


In diesem magischen Moment läutete die große, schwere Glocke einmal kräftig und verkündete weit hörbar den vollen Erfolg der wichtigen Mission. Der tiefe Klang vibrierte in Mimicas Brust und erfüllte ihn mit einem Gefühl von tiefer Zufriedenheit und echtem Stolz.


Der lange Heimweg durch das friedlich schlafende Dorf fühlte sich für Mimica nun wie ein wunderschöner Traum voller neuer Zuversicht an. Er kehrte endlich zum Dojo zurück, wo der Großmeister ihn bereits mit einem Becher dampfendem, warmem Kräutertee freudig am Eingang erwartete.


"Du hast heute eindrucksvoll bewiesen, dass ein wahrer Ninja nicht nur körperliche Kraft, sondern auch ein kluges und gütiges Herz besitzt", sagte der weise Mann mit einem warmen Lächeln. Mimica trank seinen Tee genüsslich aus und spürte, wie die angenehme Müdigkeit langsam in seine kleinen Glieder kroch. Er kuschelte sich wenig später in seine weichen, frisch duftenden Kissen und dachte an die weite, aufregende Welt da draußen vor seinem Fenster.


"Dies war erst der wunderbare Anfang von vielen weiteren Reisen durch unser schönes Land", dachte er glücklich, bevor seine müden Augen endgültig im sanften Mondschein zufielen.


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