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Die falsche Schatzkarte - eine Einschlafgeschichte für Kinder

  • Autorenbild: Michael Mücke
    Michael Mücke
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Leo, Mia und Struppi hocken vor einem Nest aus Dracheneier

Der nächste Morgen begann mit einem strahlenden Sonnenschein, der golden durch die Vorhänge in Leos Kinderzimmer tanzte. Leo saß kerzengerade im Bett und dachte sofort an das geheimnisvolle Drachennest, das er heute unbedingt finden wollte.


"Komm schon Struppi, wir dürfen keine Zeit verlieren!", flüsterte er seinem Hund zu, der noch gemütlich zusammengerollt am Fußende schlief. Struppi öffnete ein Auge, gähnte einmal herzhaft und sprang dann mit einem freudigen Satz vom Bett auf den weichen Teppich.


In der Küche trafen sie auf Mia, die bereits fleißig Brote für ihre neue Expedition strich und eine große Thermoskanne mit fruchtigem Tee bereitstellte. "Ein echter Drachenforscher braucht vor allem eine gute Ausrüstung und eine starke Stärkung!", erklärte Mia mit einem fachmännischen Augenzwinkern.


Sie packten eine Lupe, ein langes Seil und eine Taschenlampe in den Rucksack, falls sie in dunkle Höhlen vordringen mussten. Hinter dem alten Apfelbaum im Garten begann ein schmaler Pfad, der tief in den verwunschenen Teil des Grundstücks führte, wo das Gras besonders hoch und wild wuchs.


"Hörst du das leise Knistern im Gebüsch dort drüben?", fragte Leo leise und hielt schützend seine Hand über seine Augen. Struppi legte den Kopf schief und schlich auf leisen Pfoten voran, während die Kinder vorsichtig jeden Zweig beiseite schoben. Plötzlich entdeckten sie eine glitzernde Spur aus bunten Steinen, die wie kleine Edelsteine im Sonnenlicht funkelten und direkt zu einer alten Steinmauer führten.


"Das müssen die Schuppen eines Smaragddrachen sein!", rief Mia begeistert aus und untersuchte einen der grünen Steine ganz genau mit ihrer Lupe.

Hinter der Mauer verbarg sich ein geheimer Ort, den die Kinder zuvor noch nie so aufmerksam betrachtet hatten. Dort stand eine uralte, knorrige Weide, deren hängende Zweige wie ein schützender Vorhang bis auf den Boden reichten.


"Dahinter versteckt sich ganz bestimmt der Eingang zum Nest!", vermutete Leo und spürte ein angenehmes Kribbeln in seinem Bauch vor lauter Aufregung. Sie schoben die weichen Zweige beiseite und traten in einen kühlen, grünen Raum, der nach frischem Moos und Abenteuer duftete.


In der Mitte des natürlichen Zeltes entdeckten sie einen Kreis aus runden, glatten Steinen, in dessen Mitte drei große, bunt bemalte Steine lagen. "Schau mal Leo, das sind die Dracheneier, die wir beschützen müssen!", sagte Mia feierlich und legte behutsam ihre Hand auf einen der kalten Steine.


Struppi begann plötzlich am Boden zu scharren und beförderte eine kleine, hölzerne Kiste zutage, die unter dem Laub verborgen war. Leo öffnete den Riegel mit zitternden Fingern und fand darin zwei glänzende Medaillen aus Pappe, auf denen das Wort Drachenreiter stand. "Du hast diese Prüfung bestanden und bist nun ein offizieller Hüter der Drachen!", verkündete Mia und hängte Leo die goldene Medaille stolz um den Hals.


Leo strahlte über das ganze Gesicht und fühlte sich mutig wie ein echter Ritter aus seinen liebsten Bilderbüchern. Sie verbrachten den restlichen Nachmittag damit, das Nest mit weichem Stroh und bunten Blumen gemütlich einzurichten, damit die Drachen sich wohlfühlten.


"Wir müssen morgen unbedingt wiederkommen und nachsehen, ob die Eier schon geschlüpft sind!", schlug Leo vor, während sie sich auf den Rückweg zum Haus machten.


Als der Abend hereinbrach und die ersten Sterne am dunklen Himmel funkelten, saßen alle gemeinsam auf der Terrasse und beobachteten die Glühwürmchen. Leo hielt seine Medaille fest in der Hand und erzählte seinen Eltern ausführlich von jeder einzelnen Entdeckung des Tages.


"Die Welt ist voller Wunder, wenn man nur mit offenen Augen durch den Garten geht!", sagte die Mutter und strich Leo liebevoll über die Haare.


Struppi schlief bereits tief und fest auf seinen Pfoten, während er im Traum vermutlich hinter echten Drachen herjagte. Leo kuschelte sich in seine warme Decke und spürte, wie seine Augenlider immer schwerer und müder wurden.


"Das war der beste Tag in meinem ganzen Leben!", murmelte er leise in sein Kissen, bevor er friedlich einschlief.

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